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Fachzeitschriften
24.03.2016  Christiane Hartmann

Blick in die Fachzeitschriften März 2016

Der Blick in die Fachzeitschriften-Kita gibt einen Überblick über aktuelle Themen und neue Ansätze in der Frühpädagogik. Er umfasst insgesamt 12 Zeitschriften mit monatlicher bis vierteljährlicher Erscheinungsweise, die für die Frühpädagogik relevant sind. Aus allen besprochenen Zeitschriften werden Artikel für www.fruehe-bildung.online ausgewählt und hier veröffentlicht. Die Redaktion dankt allen Verlagen und Redaktionen, die sich zu dieser einmaligen Form der Kooperation und der Information bereit erklärt haben und wünscht eine anregende Lektüre.
Im folgenden Überblick wird über die neuen Ausgaben der Zeitschriften Betrifft KINDER, frühe Kindheit, KiTa aktuell Baden-Württemberg, KiTa aktuell BB-MV-SN-ST-TH-BE, KiTa aktuell spezial - Ein Willkommen für Flüchtlingskinder, KiTa aktuell Recht, Praxis der Psychomotorik, TPS, WAMIKI und Welt des Kindes berichtet.

Betrifft KINDER 03/16

Hauptthema von Betrifft KINDER 03/16 ist das Recht auf gewaltfreie Erziehung. Kein Kind darf in der Ecke stehen. Die Frage ist auch: Wo beginnt Gewalt? Mit vielen Beispielen und Reflexionen widmen sich Ingrid Schulz und Sandra Frisch dem Thema gewaltfreie Erziehung. 

Barbara Leitner hat die Kita Böhmische Straße in Berlin-Neukölln besucht. Dort ist zu beobachten, wie Kinder im Spiel die Sprache erobern. Weil ihre Sprache der Farben, Bewegungen und Begegnung willkommen ist, finden Kinder bald auch zur deutschen Sprache. 

Julia Bode und Margarete Jooß-Weinbach stellen einen Sprachbildungsansatz und das Qualifizierungsmaterial zur sprachlichen Bildung der Jüngsten in der Kita vor. 

Betrifft KINDER treibt die Diskussion um ein Bundesqualitätsgesetz für Kitas voran. In dieser Ausgabe kommt im Interview Ursula Krickl, die Pressesprecherin des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, zu Wort. Sie legt dar, was für Kommunen Kitaqualität bedeutet

Die Kitaleiterin Barbara Burdorf gewährt uns einen Einblick in ihren Beruf. Sie ist als Leitungskraft "Managerin für die tausend Dinge des Alltags". 

In der aktuellen Betrifft KINDER Ausgabe 03/16 beginnt eine neue Serie mit Geschichten vom Lernen. Den Auftakt macht die Erzieherin Daniela Bördner, die eine Geschichte vom Malen präsentiert. 

Die Qualität der australischen Frühpädagogik wurde in den letzten Jahren wesentlich erhöht. Andrea Tures und Olivia Mosel waren vor Ort und berichten. Ein Betrifft KINDER Sonderheft zur australischen Frühpädagogik befindet sich in Planung. 

Ein Projekt der Aktionskünsterin Simone Schander inspiriert Kitakinder zum künstlerischen Umgang mit Lebensmitteln. 

Auf der Suche nach Essbarem ist auch Herbert Österreicher. Er gibt zahlreiche Anregungen für Kita-Gärten, nicht nur zum Spielen, sondern auch zum Gärtnern, Forschen und Ernten. Man kann etwas über Kartoffelhotels und Tomatenforschstationen erfahren; weitere Informationen unter www.kinderfreiland.de.

In der Rubrik Wissen geht es in dieser Ausgabe um den Hinduismus. Warum ist der hinduistische Götterhimmel so bunt? Und was wird beim indischen Holifest gefeiert, fragt Kirsten Dietrich. 

Von Achim Kniefel stammt etwas zum Schmunzeln. Er hat ein Gedicht aus der Abteilung historische Pädagogik verfasst.

Jutte Gruber porträtiert Persönlichkeiten von gestern und deren Impulse für heute. Dieses Mal ist es der Philosoph Martin Buber, der auf die Kraft der Begegnung setzt. 

Der Verlag das netz, in dem Betrifft KINDER erscheint, stiftet in 2016 zum ersten Mal den Bilderbuchpreis HUCKEPACK. Jochen Hering informiert über die Kriterien, die Initiatoren und die Preisträger. Er stellt das HUCKEPACK-Preisträgerbuch 2016 mit Hintergründen und Praxistipps vor. Es ist "Ein großer Freund" über die Freundschaft zwischen einem Rabenmädchen und einem Elefanten, geschrieben von Babak Saberi und Mehrdad Zaeri.

frühe Kindheit - die ersten sechs Jahre 01/16

Frühe Kindheit 01/16 steht ganz unter dem Motto "Krankheitsfrüherkennung, medizinische Vorsorge und Impfen". Medizinische Koriphäen erörtern die Thematik. Ute Thyen stellt die Früherkennungsuntersuchungen für Kinder und Jugendliche in Deutschland nach dem "Gelben Heft" vor. 

Karl E. Bergmann und Renate L. Bergmann setzen sich mit der frühen Prävention auseinander - worum es geht, was sie bringt und wie es weitergehen soll. Es wird die Phase der ersten drei Lebensjahre genutzt, gibt es doch Erkenntnisse, dass sich die Eltern solch junger Kinder ganz besonders für die Erhaltung der Gesundheit und die Entwicklung ihrer Kinder interessieren. 

Die bisherigen Erfolge des erweiterten Neugeborenenscreenings werden von Gwendolyn Gramer und Georg F. Hoffmann aufgezeigt. Sie regen an, die cystische Fibrose und die Mukoviscidose als neue Zielkrankheiten in das Screening aufzunehmen. 

"Wir erkennen den Wert des Wassers nicht, bis der Brunnen trocken ist." Mit diesem englichen Sprichwort beginnen Christina Poethko-Müller und Anette Siedler ihren Artikel über die Herausforderungen einer erfolgreichen Impfprävention. Sie schildern die Probleme einer erfolgreichen Impfprävention am Beispiel der Maserneliminierung. 

Auch Hubertus von Voss vertritt die Botschaft, "dass Impfen eine Sozialverpflichtung eines Jeden (Ausnahmen muss man kennen) werden muss, denn wer an einer vermeidbaren und präventablen so genannten 'Kinderkrankheit' erkrankt, stellt in jedem Fall ein Risiko für seine Umgebung dar". Impfungen bei Kindern und Erwachsenen sind Präventionsstrategie Nummer 1. 

Es ist zu beobachten, dass Übergewicht und Adipositas mittlerweile weltweit schon im Kinder- und Jugendalter ein Problem darstellen. Susann Blüher u.a. geben Empfehlungen zur Prävention von Adipositas, die sich separat an das Kleinkind- und Vorschulalter, das frühe und mittlere Schulalter und an das Jugendalter richten. Diese Empfehlungen haben die Ernährung, die körperliche Aktivität und Sport sowie den Medienkonsum im Blick. 

Utta Reich-Schottky schreibt über das Stillen, die seit Millionen Jahren erprobte ernährungsweise für den Nachwuchs von Säugetieren wie auch des Menschen. 

Jörg Maywald interviewte Thomas Fischbach, den Präsidenten des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Köln. Im Interview wurde seine Auffassung deutlich: Die zuwendungsorientierte Leistung macht das Herzstück ärztlichen Selbstverständnisses und Handelns aus.

In Delmenhorst bei Bremen leben 29,8 % Kinder in Armut; zum Vergleich sind es 15,6 % der Kinder in Niedersachen. Um den Zusammenhang von Gesundheit und sozialer Lage kümmert sich der Delmenhorster Verein Gesundheit im Kindesalter e.V.. Hans Böhmann schreibt über dessen Programm kommunaler Gesundheitsförderung. 

Bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt es einen Eltern-Ordner zum gesunden Aufwachsen und zu den Früherkennungsuntersuchungen für Kinder U1 bis U9 und J1. Ute Fillinger macht mit diesem Eltern-Ordner bekannt. 

Über die zahnmedizinische Prävention frühkindlicher Karies referiert Dietmar Oesterreich. 

Die kunstpädagogisch orientierte Hamburger LichtwarkSchule arbeitet auch künstlerisch mit geflüchteten jungen Menschen, wie von Regina Wagenblast zu erfahren ist. 

Frühe Kindheit 01/16 enthält aktuelle Meldungen und einen Veranstaltungskalender. 

KiTa aktuell Baden-Württemberg 03.2016

Die Internationale Berufsakademie (iba) hat einen dualen Bachelor-Studiengang "Sozialpädagogik & Management" geschaffen, bei dem auch die Grundlagen für ein erstes Leitungsverständnis und für wirksame Führung gelegt werden. Monika Zimmermann macht mit ihrem Artikel in KiTa aktuell Baden-Württemberg 03.2016 Lust, sich auf das Thema Führung möglichkeitsorientiert einzulassen. 

In einem Überblicksartikel stellt Regina Beck Möglichkeiten vor, wie eine Dienstplangestaltung flexibel und mitarbeiterorientiert erfolgen kann. 

Marita Block schreibt über erfolgreiche Kita-Teams. Sie erklärt vier Phasen des Teamprozesses: Testphase, Organisationsphase, Orientierungsphase, Verschmelzungsphase und als fünften Abschnitt ggfls. die Auflösungsphase. Eine Teamuhr mit diesen Phasen kann als Instrument für Leitung und MitarbeiterInnen zeigen, wie sich das Team einschätzt. 

Essen und Trinken gehören zum Alltag in jeder Kita. Dabei wird auf gesunde Ernährung Wert gelegt. Gabriele Schilling macht mit der Landesinitiative Bewusste Kinderernährung mit 250 freiberuflichen Ernährungsfachkräften bekannt, die sehr alltagsnah Ernährungsbildung betreiben. 

Wie kann man im Kita-Alltag gezielte Sprachförderung betreiben? Ruth Herling-Endl, Marietta Ringkamp und Elke Winkelmann beschreiben, welchen Weg sie gehen. Mit einem 9-teiligen Puzzle wird der Sprachstand erhoben. In der Sprachförderung (nach Martemeo) geht es vor allen um das handlungsbegleitende Sprechen und um das Sprechen in ganzen Sätzen. 

Sucht zeigt sich im frühen Jugendalter; Suchtprävention muss schon im Kitaalter beginnen. Heike Schiele setzt dafür das Präventionsprogramm "Papilio" mit Handpuppen ein. Ihre Maxime: Resilienz ist erlernbar!

KiTa aktuell Baden-Württemberg 03.2016 enthält Literaturtipps sowie regionale sozialpolitische und sozialpädagogische Meldungen. 

KiTa aktuell BB, MV, SN, ST, TH, BE 03.2016

Auch in dieser Ausgabe findet sich Monika Zimmermanns Artikel zum Thema "wirksame Führung" und Marika Blocks Aufsatz über erfolgreiche Kita-Teams. 

Armin Schneider hat in KiTa aktuell BB, MV, SN, ST, TH, BE 03.2016 das Thema Anerkennung in den Blick genommen. Anerkennung ist wichtig für alle: für die Kinder, pädagogischen Fachkräfte, die Leitung wie auch die Trägervertreter. 

Am 30.Mai 2016 startet an der FH Potsdam eine neue Weiterbildung "Kitas erfolgreich leiten und entwickeln". Christina Thomas informiert über das praxisorientierte, aktuelle Curriculum. Ausführliche Informationen finden sich hier.

Die Zeitschrift beteiligt sich an der Debatte um ein Bundesqualitätsgesetz. Markus Weinberg (MdB), Familienpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat einen Beitrag verfasst, in der er sich für bundesweite Rahmenvereinbarungen zur Kitaqualität ausspricht, aber gegen ein zentrales Bundesqualitätsgesetz. Seine Argumente: Bedarfsplanung ist Aufgabe der Länder, nicht des Bundes.
Die örtlichen Gegebenheiten in den Bundesländern sind sehr unterschiedlich.

Die Bundestagsabgeordnete Franziska Brantner (Kinder- und Familienpolitische Sprecherin in der BundestagsfraktionBündnis '90 Die Grünen) hat sich auch zu dieser Frage positioniert. Ihre Fraktion fordert u.a. ein weiteres Investitionsprogramm für den Ausbau der U-3-Plätze. Der Ausbau der Fachkraft-Kind-Relation (zu verankern im SGB VIII) und des Personalschlüssels sind ihr ein Anliegen. Maximalgröße der Fachkraft-Kind-Relation: 1:4 für unter 3-Jährige und 1:10 für über 3-Jährige. 

 KiTa aktuell BB, MV, SN, ST, TH, BE 03.2016 enthält Literaturtipps sowie regionale sozialpolitische und sozialpädagogische Meldungen. 
 

KiTa aktuell spezial 01.2016 - Ein Willkommen für Flüchtlingskinder

Es ist ein großes Verdienst von www.kita-aktuell.de, zum Thema Flüchtlingskinder ein spezielles Heft gestaltet zu haben. Worauf müssen sich Kitas angesichts der zunehmenden Zahl von Flüchtlingskindern einstellen? Welche neuen Herausforderungen kommen auf Kitas zu? Auf welche Erfahrungen kann zurückgegriffen werden? Diese Fragen beantwortet Reinhold Gravelmann. 

"Ein 3-jähriges Kind, dessen Eltern 1-wöchige Verlängerungen der Duldung hatten und denen die Abschiebung drohte, spielte unentwegt Koffer ein- und Koffer auspacken", berichtet Jürgen Soyer von Refugio München (Beratungs- und Behandlungszentrum für Flüchtlinge und Folteropfer). Soyer liefert Zahlen und Fakten und erklärt die rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen für Flüchtlingskinder. Er weitet den Blick auf die Belastungsfaktoren für diese Kinder.

PädagogInnen haben beobachtet, wie Flüchtlingseltern ihre Kinder unter Zwang gefüttet haben. Dies Verhalten gründet auf der Angst, dass man nicht weiß, wann man für das Kind wieder etwas zu essen zur Verfügung stellen kann. In der Beratung kann dies Verhalten thematisiert und umgestellt werden. Barbara Abdallah-Steinkopff, gleichfalls von Refugio, informiert über die Themenvielfalt und die Möglichkeiten kultursensibler Elternberatung. 

"Was auf viele Flüchtlingskinder zutrifft:
  • sie sind traumatisiert, 
  • sie trauern, 
  • sie erleben einen "Kulturschock",
  • sie sind "sprachlos",
  • sie leben (auch) jetzt in Armut, 
  • ihr Familiensystem ist zusammengebrochen",
fasst Hanne Shah die aktuelle Situation zusammen. Kitas können viel tun, um Flüchtlingskinder zu unterstützen: Freundschaften mit Gleichaltrigen werden möglich. Gemeinsame Aktivitäten geben Kraft und stärken das Selbstvertrauen.

Die Ärztin Gisela Penteker schreibt über Krankenversicherung und medizinische Versorgung von Flüchtlingen. 

Wie muss man sich ein Anerkennungsverfahren von ausländischen Schulabschlüssen vorstellen? Anlaufstelle für Zeugnisbewertungen ist die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen in Bonn. Auf dieser Basis werden von den Bezirksregierungen Auflagen zur Erreichung der staatlichen Anerkennung ausgesprochen. Wie das praktisch aussieht, erklärt Svenja Rabenstein. Sie hält pädagogische Fachkräfte mit ausländischen Berufsqualifikationen für eine wichtige Ressource. 

Von Irmgard Handt wird darauf hingewiesen, dass die Entwicklung eines Leitbildes zur Willkommenskultur nötig ist. Träger, Leitungen, Teams, Eltern und Kinder sollten die Leitidee gemeinsam entwickeln. Sie macht deutlich, dass es in den Kitas notwendig ist, sich mit dem Thema Armut neu zu beschäftigen und eine Kultur des Gebens und Nehmens zu kultivieren; bei Gruppenaktivitäten sollte es nicht zu Ausschlüssen von Kindern wegen mangelnder Finanzen kommen. 

Wolfgang Bautz meldet sich aus der Brandenburgischen Praxis und meint:  "Es reicht nicht, sich mit Händen und Füßen zu verständigen". Er hat schon 2004 eine Gruppe ehrenamtlicher SprachmittlerInnen ausgebildet. 

Die Zeitschrift interviewte Volker Abdel Fattah, Referent für Kinder- und Jugendhilfe im AWO Landesverband Sachsen e.V. darüber, wie es gelingt, eine angemessene Willkommenskultur zu schaffen. Sein Fazit: "Kinder sind nie das Problem.... Entscheidend sind die Einbeziehung der Eltern und das Verständnis für sie."

Martina Soltendiek von den Johannitern bringt Erfahrungen aus einer Flüchtlingsunterkunft für 1.700 Menschen ein. Die Kinderbetreuung dort ist eine Vorstufe zur Kita. Die Autorin weist darauf hin, dass die Kita als typisch deutsche Institution mit festen Uhrzeiten und ihren deutschen Regeln vielen Flüchtlingsfamilien sehr unbekannt ist. Wie alle Autoren, betont sie, die Stärken zu fördern. 

Christen ist es aus ihrem Glauben heraus ein besonders Anliegen, Menschen mit Fluchterfahrung beizustehen. Die Bibel lehrt die Gottesebenbildlichkeit jedes Menschen, erinnert Christina Fehrenbach, Theologin beim Verband Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) - Bundesverband e.V.. Ihr Verband nutzt für die Integration das Prinzip der Sozialraumorientierung. Sie hat zusammengetragen, was Ehrenamtliche leisten: von der Organisation von Kochnachmittagen mit Gerichten aus den Herkunftsländern der Flüchtlinge bis hin zum Besuch des heiligen Nikolaus in der Flüchtlingsunterkunft am Nikolaustag. 

Im Interview erklärt Matthias Ennen, selbstständiger Organisationsberater, wie man Teams und MitarbeiterInnen gekonnt durch Veränderungen führt. Ennen wird Referent auf dem Deutschen Kitaleitungskongress 2016 sein. 

Das Förderprogramm "Kinderbetreuung in besonderen Fällen - Förderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen für Kinder unter 6 Jahren aus Flüchtlingsfamilien und vergleichbaren Lebenslagen" will geflüchteten Familien und ihren Kindern Zugang zu Spiel- und Betreuungsangeboten ermöglichen. Ziel ist, den Kindern Anregung unter Kindern zu bieten und die Familien mit dem deutschen System der Kindertagesbetreuung vertraut zu machen (Henriette Borggräfe, Renate Eschweiler, Heike Wiemert). 

Wolters Kluwer hat für das Thema Flüchtlingskinder eine eigene Webseite eingerichtet. Tipps aus der Praxis für die Praxis werden veröffentlicht unter www.kita-aktuell.de
 

KiTa Recht aktuell 02.2016

Sollten Sie in der Kita den Verdacht auf Gefährdung des Kindeswohls haben, ist die Hinzuziehung einer "insoweit erfahrenen Fachkraft" in § 8a Abs. 4 SGB VIII vorgeschrieben. Barbara Schermaier-Stöckl gibt Kita-MitarbeiterInnen Hinweise zur Zusammenarbeit mit einer insoweit erfahrenen Fachkraft

Was tun, wenn rechtsextreme Eltern in Ihrer Kita sagen: "Ich möchte nicht, dass mein Kind mit Murat spielt"? Eva Prausner vom Projekt ElternStärken zeigt in KiTa Recht aktuell 02.2016 auf, dass man unbedingt reagieren muss: "Ein Nichtreagieren könnte zur 'Normerosion' führen, also signalisieren, dass Diskriminieren erlaubt ist."

Rechtsanwalt Joachim Schwede schreibt über den Umgang mit rechtsextremen ErzieherInnen. Politisieren hat nichts in der Kita zu suchen. Sofern durch das Politisieren das Arbeitsverhältnis beeinträchtigt oder der Betriebsfrieden gestört wird, ist zeitnah eine Abmahnung oder im Extremfall bei wirklich schweren Verstößen an eine sofortige fristlose Kündigung nach § 626 BGB zu denken. 

Hubert Heinhold, Münchner Rechtsanwalt und Stellvertretender Vorsitzender PRO ASYL, gibt einen kurzen Abriss der möglichen Verfahrensabläufe eines Asylverfahrens. Dies sind wichtige Informationen, wenn Sie Flüchtlingskinder in der Kita haben.

Aus der Lebenswirklichkeit ist das Handy heute nicht mehr wegzudenken. Dieser Trend hat auch vor Kitas nicht Halt gemacht. Joachim Schwede weist darauf hin, dass der Arbeitnehmer aus § 611 BGB und aufgrund seiner arbeitsvertraglichen Verpflichtung seine Aktivitäten ausschließlich an den Interessen des Arbeitgebers auszurichten hat. Passiert während der Handy-Nutzung etwas, ist kein Schutz durch die Berufsgenossenschaft gegeben. Es wird empfohlen, eine eindeutige Handhabung der Handy-Nutzung in der Kita zu verabreden und durchzusetzen. 

Die Voraussetzungen und Begründungsanforderungen im Fall von Kindeswohlgefährdung erklärt Rechtsprofessor und Psychologe Dieter Brosch. 

Von pädagogischen Fachkräften spricht man als von professionell Tätigen. Der Pädagogik-Professor Gabriel Schoyerer erörtert, was darunter zu verstehen ist und welche Erwartungen sich daraus für das Handeln ergeben. 

Rechtsprofessorin G. Kokott-Weidenfeld widmet sich den Verkleidungsspielen in der Kita und erklärt, worauf ErzieherInnen achten sollten. Schließlich können Stoffe und Schminke allergische Reaktionen auslösen. 

Übrigens sind in Sachsen-Anhalt nur 1,3 Wochenstunden pro Fachkraft für Leitungsaufgaben verfügbar; in Hamburg sind es im Duchschnitt 3,3 Stunden. Jens Lange widmet sich der Zeit zum (Leitungs-) Handeln; derzeit fehlen bundesweit fast 9.200 Leitungsstellen. 

Bereichert wird KiTa Recht aktuell durch aktuelle sozialpolitische Kurznachrichten. 

Praxis der Psychomotorik 1/2016

Der Landschaftsarchitekt Markus Brand ist ein erfahrener Planer und Gestalter naturnaher Spielräume. Über diese naturnahen Außengelände schreibt er und fasst sie auf als ideale psychomotorische Erfahrungsräume in der Kita. Seine These zur Spielplatzsicherheit: Spielen braucht Risiko und Wagnis. 

In Praxis der Psychomotorik 1/2016 wird auch das "Open-Door"-Konzept in der Psychomotorischen Arbeit vorgestellt. Michael Passolt beschreibt damit einen Ansatz, bei dem in einer dialogischen Arbeit Probleme begrüßt und mit Neugier bearbeitet werden. 

Johannes Gockel, der Motopädie Schul- und Berufsverbandgründer wird zu seinem 80. Geburtstag geehrt durch einen Beitrag von Angelika Burkholz, Harals Luckert und Petra Wolgard Hagemann. 

Die motologische Hilfe für Menschen mit Flüchtlingshintergrund wird von Frank Francesco Birk am Beispiel des Entwicklungsthemas Doppelidentität erörter. Man spricht man von einer zweiten Identität, wenn Menschen andere als die echten Ausweispapiere benutzen. 

Nadina Madeira Firmino und Ricarda Menke zeigen auf, dass sich Bewegung und Sprache sehr gut im psychomotorischen Kontext miteinander verbinden lassen. Die Autorinnen präsentieren alltagstaugliche Spielideen. 

Wie man Geschichten erzählt und mit Yoga und Klanginstrumenten für Vorschulkinder umsetzt, erklärt Theresia Binder. Die Geschichte vom Traum des Adlers wird mitgeliefert.

Handlungsrelevante Prinzipien der Gestalttherapie stellt Marcus Kohne dar und setzt seine professionelle Haltung in gestaltorientierten, kontaktzentrierten Circusprojekten ein. 

Praxis der Psychomotorik enthält auch Informationen für die Kreativtherapie mit Senioren (Didier Kulikowsky-Valentin, Alexandra Müller-Benz u.a.).

"Wann wird Bewegung zu Tanz?" Dieser Frage spürt die Tanz- und Motopädagogin Monika Weiner nach. Sie macht bekannt mit Tanzformen und -theorie. 

Buchtipps, Spielhinweise und Veranstaltungshinweise ergänzen das Heft.   

TPS 1/2016

TPS 1/2016 - Leben, Lernen und Arbeiten in der Kita setzt sich mit Übergängen und Transitionen auseinander. Das einleitende professionelle Verständnis für Übergänge schafft Manja Plehn. 

Ein wichtiger Übergang ist die Eingewöhnung des Kindes in die frühe Tagesbetreuung. Rahel Dreyer stellt unterschiedliche Modelle der Eingewöhnung vor: das Berliner sowie das Münchner Eingewöhnungsmodell und das Modell zur Eingewöhnung in Krippen von Kuno E. Beller. 

Gerlind Ries-Schemainda geht es darum, Brücken zu bauen: von der Familie in die Krippe, von der Krippe in den Kindergarten. Hilfreich beim Übergang in den Kindergarten ist es, wenn das Krippenportfolio dorthin mitgeht. 

Herbert Vogt hat Raffaella Nappo und Melina Hahn besucht, zwei Erzieherinnen, die sich die Mühe machen, Aufnahmegespräche in die Kita bei den Familien zuhause zu führen. Auch dies ist eine Brücke von der Familie in die Einrichtung. 

Angesichts des Schulfähigkeitskonzepts steuert Sabine Andresen einen Essay bei über Zeit und persönliche Rhythmen. Wird sich die Schule als kindfähig erweisen?

Anke Jendahl beschreibt eine kontinuierliche Kooperation von Kita und Grundschule über das Jahr. Als Beispiel seien Turnstunden genannt, zu denen die Grundschulkinder die Kitakinder im letzen Jahr vor der Einschulung einladen. Im Frühling lesen die Dritt- und Viertklässler den Kitakindern vor. 

Wenn Kinder gleichzeitig in die Schule und in eine Betreuungseinrichtung kommen, muss ein doppelter Übergang bewerkstelligt werden. Antje Zimmer schildet, wie die Aufgabe in der Stadt Weiterstadt gelöst wird. Dort ist der Umgang mit Übergängen im kommunalen Bildungsplan festgeschrieben. 

Für TPS typisch ist, dass in jeder Ausgabe auch die Kinder selbst zu Wort kommen. In dieser Ausgabe sprechen Kinder über ihren Übergang vom Kindergarten in die Schule und den Hort. 

Durch ihre Erzieherinnen haben zwei Mädchen Abschiedsgespräche kennengelernt. Marion Menkel-Bodelle hat notiert, wie die Kinder den Spieß umgedreht haben und ihrerseits Abschiedsgespräche mit den Erzieherinnen führten, denn die Gespräche hatten ihnen gut gefallen. 

Sabine Linkenheil schreibt über das Zurechtfinden in einer offenen Kita. Es braucht seine Zeit, alle Örtlichkeiten, Strukturen und Regeln im eigenen Tempo zu erkunden. 

Die Übergänge im Alltag zwischen Ankommen, Spiel, Aufräumen und Essen werden von Anka Meyenburg erörtert. 

Das Kuscheltier, die Schmusedecke und andere Objekte sind uns aus dem Leben von Kleinkindern vertraut. Colja Bahrenburg schreibt über Übergangsobjekte und Übergangsphänomene. Sie sind bedeutsame Begleiter des Kindes in seiner frühen Entwicklung. 

"Alle Kulturen halten ihre Werte für die besten", schreibt Heidi Keller. Sie beschäftigt sich mit Multikulturalität in der Kita und gibt viele Beispiele für Missverständnisse. Für manche Eltern ist eine Eingewöhnungsphase unverständlich, weil ihre Kinder schon sehr selbständig in die Kindergemeinschaft kommen. 

Ein weiterer Übergang ist der Start in eine neue Kultur. Heike Seifert berichtet von der Willkommenskultur in der inegrativen Kindertageseinrichtung "Buratino" in Gröditz. Dort kommen seit 2013 Flüchtlingskinder in die Kita. 

TPS begint eine neue Serie "Fotografieren - so geht's". Den Auftakt bildet der Artikel von Jacqueline Bier "Welche Kamera für die Kita?"

Christoph Kiefer setzt seinen Beitrag aus Ausgabe 9/2015 über die Ausbildung in der Kita fort und beschreibt das LÜNEN-Modell. 

Studierende in der Ausbildung zur Erzieherin haben eine eigene Bildgeschichte zu einem Kunstwerk entwickelt. In der Praxis haben sie einen Vorlesetag in der Kita durchgeführt (Fatma Hermann). 

Rosy Henneberg lässt die Leser teilhaben, wie der kleine Finn (1 Jahr und drei Monate) die Büro-Fensterbank zu einem Aussichtsplatz umgestaltet hat. 

TPS 1/2016 enthält Termine, Medientipps und einen Hinweis auf ein Buch für Flüchtlinge und Helfer von arsedition und www.willkommensABC.de.  


WAMIKI #1/2016

WAMIKI ist ein pädagogisches Fachmagazin und steht für Was mit Kindern. Die Ausgabe #1/2016 widmet sich den Räumen; schließlich macht es doch etwas aus, ob man sich in einer schönen oder hässlichen Umgebung bewegt. 

Erika Berthold hat eine Reportage über die Gegend draußen, den Wald in der Nähe von Trudering beigetragen, einem Stadtteil am Rande Münchens. Zehn Thesen zur Freilandpädagogik werden gleich mitgeliefert. 

In der deutschen Sprache gibt es viele Wörter für den Raum. Michael Fink hat sie unter die Lupe genommen. 

Eine WAMIKI-Fotogeschichte heißt "Willkommen in Little Pädagogien" - Perspektivenwechsel inklusive. 

Die Reggio Children zwischen zwei und drei Jahren haben Klang- und Geräuscheffekte erforscht. Reggio Children zwischen vier und fünf Jahren haben herausgefunden, welche Klänge man einem Löffel entlocken kann. 

WAMIKI hat mehrere Personen nach dem hässlichsten Platz befragt, den sie je betreten haben. 

Micha Fink gibt einen satirischen Überblick über die wichtigsten Raumkonzepte deutscher Kindereinrichtungen. 

Im Cartoon braucht Superuschi Platz, denn die Kita ist zu voll. 

Eine interaktive Wanderausstellung zum Spielen und anders Denken rund um Energie und Umwelt eignet sich für Kinder von 3 bis 8 Jahre und für Erwachsene. Mehr zu Nutzungsideen und Ausleihbedingungen gibt es bei www.wasmitkindern.de.

Kinder der bundtStift-Schulen in Strausberg beschäftigten sich mit ihrem eigenen Raum, dem Kinderzimmer. Sie haben Kinderzimmer gebastelt, so wie sie sich selbst einrichten würden, wenn sie es dürften. 

Dunja Osiander machte aus einem leeren Gänsestall eine Lernwerkstatt für Kinder. Dort wird jahrgangsheterogen von der 1. bis 4. Jahrgangsstufe Mathe gelernt. 

Die Kakerlake als möglicher Besucher und Mitbewohner wird vorgestellt von Herbert Österreicher. 

Marie Sanders berichtet über einen Elternabend zum Thema Partizipation und Micha Fink trägt Pro- und Contra-Argumente zur Frage zusammen: Sollten Kinder ihre Räume selbst gestalten? 

Derselbe Autor wanderte für die WAMIKI-Rubrik "1 Euro-Pädagogik" durch die Billigläden und inspizierte Sonderangebote, um nach Dingen zu suchen, die kaum etwas kosten, aber für Kinder anregend sind. 

Kirsten Fuchs steuert Prosa über ihr Kind bei; Jürgen Zimmer schreibt über die Kinder-Filme von Haro Senft. 

Die Architektur in Bilderbüchern ist sehr speziell. Gabriele Wenke weist auf Jutta Bauers Zeichnungen moderneren Wohnens in Städten, Großstädten und ihren Vorstädten hin. Sie und andere deutsche und skandinavische IllustratorInnen zeichnen ein realistischeres Bild der Alltagsräume von Kleinkindern. 

Tipps für Bilderbücher runden WAMIKI #1/2016 ab. 

Welt des Kindes Heft 2 März/April 2016


Die katholische Fachzeitschrift Welt des Kindes 2/2016 steht unter dem Thema und der Aufforderung "Sichere Räume schaffen. Zufluchtsort Kita". Die Zeitschrift hat von Anfang an in diese Richtung gewirkt. Schließlich war auch Jesus ein Flüchtling. Andreas Leinhäupl schafft biblische Zugänge zum Thema Flucht und Impulse für eine Pastoral in der Kita. Die biblischen Perspektiven sind Schutz, Gestfreundschaft, Begegnung, Kommunikation und Barmherzigkeit.

Daniele Seibert hat Fakten zu Flucht und Asyl zusammengestellt und dabei auch folgende Hinweise gegeben:  Das Verhalten einiger Kinder führt bei den pädagogischen Fachkräften zu Irritationen. Jörn Borke erklärt, wie es mit Hilfe der kultursensitiven Frühpädagogik gelingen kann, Kindern und Eltern sensibel zu begegnen. Er beschreibt die universalen Modelle der Autonomieorientierung und der Verbundenheitsorientierung. 

Erna Zonne-Gätchens gibt Beispiele, wie Kitas mit religiöser Vielfalt umgehen und ihre religionspädagogischen Ansätze weiterentwickeln können. Dabei erörtert sie die Möglichkeiten des katechetisch-kerygmatischen Ansatzes, des anthropologisch-hermeneutischen Ansatzes und des gemeindepädagogischen Ansatzes. Es könnte daran gedacht werden, einen Pfarrer in die Kita einzuladen, der über die religiösen Traditionen der Flüchtlinge referiert. Möglich wäre auch eine Einladung an eine Person aus der Flüchtlingshilfe bei Caritas oder Diakonie. Ein absolutes No-go wäre es, die Flüchtlingskinder zur Teilnahme an religiösen Ritualen zu zwingen. Man muss einen Weg finden, wie sie sich zurückziehen können, ohne zu stören. 

Was Traumatisierung bedeutet und wie Kitas betroffene Kinder unterstützen können, zeigt Dima Zito. Hingewiesen sei auf die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer BAFF.

Obwohl Deutschland die UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet hat und dazu auch das Recht gehört, ab dem vollendeten ersten Lebensjahr eine Kita zu besuchen, tut sich die deutsche Verwaltung mit der Realisierung dieses Kitaplatzes für Flüchtlingskinder schwer. Dabei geht es doch um Kinder und nicht um Vorschriften und Gesetze, meint Frank Jansen, der Geschäftsführer des Verbands Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) - Bundesverband e.V..

Die Flüchtlingskinder in Kitas werden auch im Ratgeber Recht von Burghard Pimmer-Jüsten thematisiert. 

Welt des Kindes enthält in jeder Ausgabe ein Poster mit einem Aphorismus, diesmal: "Wenn wir wahren Frieden in der Welt erlangen wollen, müssen wir bei den Kindern anfangen." (Mahatma Gandhi)

Job-Sharing in der Kita-Leitung ermöglicht es Fachkräften, ihre Leitungsposition beispielsweise nach der Babypause in Teilzeit weiterzuführen. Nicole Klasen und Ruth Kuhn entwickelten in Trier ein solches Modell und praktizieren es nun mit Erfolge. Träger, Team und Eltern ziehen mit. Die Journalistin Elke Bieber sprach mit den beiden über ihre Erfahrungen. 

In Welt des Kindes hat die Literaturwissenschaftlerin Maren Bonacker eine Kolumne. Sie stellt eine kleine Auswahl an schönen und witzigen, aber auch nachdenklich machenden und berührenden Büchern vor. Sie handeln von der generationenübergreifenden Liebe zwischen Kindern und Großeltern. 

Steffen Jahn berichtet über ein Projekt des Bistums Fulda: Kinderbilder als Willkommensgruß für Flüchtlingsfamilien. 

Mach dich stark für Generationengerechtigkeit! heißt die Caritas-Jahreskampagne 2016. Prälat Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes, erklärt, worum es geht. 

Tipps für Fachbücher und Kindermedien gibt es auch. 

Im SPEZIAL zu Welt des Kindes 2/2016 geht es um Erdschollen, Samen und Regenwürmer. Klaus von Mirbach hat Gartengeschichten aufgeschrieben. 

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