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Digitale Bildung
02.03.2017  

Ganz einfach

Digitale Medien können das Lernen erleichtern. Zehn Tipps für Lehrkräfte für ihren Einsatz im Unterricht.

1. Braucht jeder Schüler einen schuleigenen ­Computer?

Ein Computer mit Internetzugang genügt für Teams von bis zu fünf Schülern. Heben Sie außerdem das Handyverbot im Unterricht auf und lassen Sie die Schüler ihre eigenen Smartphones nutzen. Das fördert das selbstorganisierte Lernen.

2. Nicht vom ­Whiteboard abschrecken lassen.

Tasten Sie sich langsam an ein Whiteboard heran. Zu Beginn sollten Sie versuchen, ein normales Tafelbild auf das Board zu bringen. Später können Sie Texte formatieren, Bilder und Videos hinzufügen. Abbildungen sollten als Lerngegenstand und inhaltlichen Impuls, nicht zu illustrativen Zwecken dienen. Ein großer Vorteil des Whiteboards: Sie können jederzeit auf gespeicherte, gemeinsam erarbeitete Tafel- und Schaubilder zurückgreifen. Unterrichtsideen auf:
www.bpb.de

3. Lassen Sie die Schüler selbst aktiv werden.

Zur Medienkompetenz gehört nicht nur, Medieninhalte zu nutzen, sie zu verstehen und kritisch zu hinterfragen, sondern auch sie selbst zu gestalten. Ein Reise-Blog mit Fotos, Videos und Soundaufnahme von der letzten Klassenfahrt zusammenstellen, eine kurze Videodokumentation über das Nahrungsverhalten von Mäusen drehen oder einen Animationsfilm über faires Verhalten in sozialen Netzwerken regt die Schüler zum Mitmachen an. Eine Datenbank mit beispielhaften Medienprojekten finden Sie auf:

www.jugend.inmv.de/medienprojekte

4. Tablets und Chats – eine neue Möglichkeit für ­Zusammenarbeit?

Teamfähigkeit ist ein wichtiges Bildungsziel. Zusammenarbeit fördert die Kreativität und stärkt die Gemeinschaft. Beim kollaborativen Lernen müssen die Schüler an allen Arbeitsschritten beteiligt sein, um gemeinsam eine komplexe Aufgabe zu lösen. Sie können die Fähigkeit zum kollaborativen Arbeiten gezielt fördern, indem sie jeweils vier bis fünf Schüler mit Tablets oder Smartphones eine Aufgabe bearbeiten lassen. Lösungsansätze zu der Aufgabe können die Schüler online in einem offenen Dokument oder einer Mindmap sammeln, ihr erarbeitetes Wissen in Wikis stellen und in Chat-Programmen über Inhalte diskutieren. Infomaterial gibt es auf:
wiki.zum.de

5. Klassenzimmer in eine Cloud ­verlagern.

Lernplattformen im Internet, sogenannte Clouds, können die Organisation und Betreuung des Lernens unterstützen. Schüler können unabhängig von Ort und Zeit ihren Lernprozess in einem vorgegebenen Rahmen selbst steuern, miteinander kommunizieren und sich so gegenseitig helfen. Einen Leitfaden für den sicheren und datenschutzkonformen Betrieb einer Lernplattform gibt es auf:
www.medienberatung.nrw.de

6. Mit Minecraft die Lernmotivation ­steigern.

Die kritische Auseinandersetzung mit Computerspielen gehört in den Unterricht. Lehrkräfte können einen Gamification-Ansatz, um die Lernmotivation ihrer Schüler zu steigern. Zum spielerischen Ansatz gehört es, Aufgaben als Geschichte zu verpacken und motivierende Spielelemente aufzugreifen. Plattformen wie Minecraft oder klassische Lern-Apps eignen sich, um Aufwand den Gamification-Ansatz in kurzen Spielsequenzen in den Unterricht zu integrieren. Mehr Informationen auf:
www.medienkompetenzportal-nrw.de

7. Programmieren nicht nur für Informatiker.

1967 wurde die logisch orientierte Programmiersprache „Logo“ entwickelt, die leicht zu verstehen ist. Schüler zwischen 7 und 14 Jahren können erste Anwendungen programmieren. Basiswissen über Programmierung lässt sich so nicht nur in Informatik-AGs vermitteln, sondern auch in den Kunst- oder Musikunterricht einbinden. Die Programmiersprache bietet außerdem ein Storytelling-Tool. Tipps und Lehrmaterial auf:

www.code-your-life.org

8. Wie können ­Schüler selbst­organisiert lernen?

Der indische Bildungswissenschaftler Sugata Mitra platzierte in den 1990er-Jahren einen Computer in einer Mauer im Slum von Neu Delhi und überließ ihn Kindern ohne Schulbildung. In kürzester Zeit unterrichteten sie sich selbst und gegenseitig. Dabei zeigte sich, dass Kinder lernen, wenn die Lehrkraft das Lernen einfach geschehen lässt. Bei dem neuen Projekt „Schule in der Cloud“ von Sugata Mitra können Schüler selbstorganisiert lernen. Anmeldung und Anleitung gibt es auf:
www.theschoolinthecloud.org

9. Im Klassenzimmer üben, statt lernen.

Beim „Flipped Classroom“ tauscht der Lehrer die Phasen des Unterrichtens im Klassenzimmer mit den Hausaufgaben am Nachmittag. Die Schüler eignen sich zu Hause – meist mit Erklärvideos – den Lernstoff an, um ihn anschließend in der Schule zu festigen. Die Schüler entscheiden bei dem Modell selbst, wann, wie oft und wo sie sich auf den Unterricht vorbereiten. Mehr Information auf der Seite des Lehrer-Netzwerks „Umgedrehter Unterricht“:
www.umgedrehterunterricht.de

10. Schüler ­müssen Regeln ­einhalten.

Für digitale Medien gibt es Anleitungen und Regeln, etwa zu Daten- und Jugendschutz. Bevor sich Kinder per E-Mail in sozialen Netzwerken oder Chats sinnvoll austauschen können, müssen sie die grundlegenden Aspekte der elektronisch vernetzten Kommunikation kennen. Videoplattformen wie Klicksafe, die Lernseite Internauten oder die Kindersuchmaschine FragFinn informieren jüngere Kinder. Weitere Informationen bietet die Verbraucherzentrale:
www.surfer-haben-rechte.de
 
 
Zum Weiterlesen:
Bündnis für Bildung, Microsoft Broschüre; „10 Tipps für Lehren und Lernen im digitalen Klassenzimmer“, Dezember 2016
www.b-f-b.net
www.microsoft.de

Quelle: didacta DIGITAL – Aktuelles rund ums Lehren & Lernen mit neuen Technologien, Ausgabe 1/2017, S. 24-25, www.didacta-magazin.de 
Foto: Jofannig/Fotolia

 

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