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Qualitätsmanagement
05.04.2017  Hilde von Balluseck

Warum die Fachberatung für Kitas unbedingt erforderlich ist

Die Fachberatung in der Kita ist heute - von allen Expertinnen und Experten anerkannt - zu einer notwendigen Unterstützung der frühpädagogischen Arbeit geworden.
Es gibt inzwischen so viele Herausforderungen an die frühpädagogischen Fachkräfte, dass sie selbst mit der besten Ausbildung oft vor einem Problem stehen, das sie schwerlich im Team, geschweige denn allein lösen können.

Es bedarf häufig einer externen Fachkraft, die die Probleme mit einem geschulten Blick, aber eben von außen betrachtet und  in der Lage ist, sie zu analysieren.

Der inzwischen vorliegende Zwischenbericht „Frühe Bildung weiterentwickeln und finanziell sichern“ der Bund-Länder AG „Frühe Bildung“ berücksichtigt diese Entwicklung. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Erziehung und Bildung im Kindesalter (BAG-BEK) hat jedoch dazu eine kritische Stellungnahme verfasst, die weitergehende Forderungen stellt.
Dabei ist positiv zu vermerken: Die BAG-BEK hat sich gegründet zur Unterstützung der Akademisierung der ErzieherInnenausbildung. Mit dieser Stellungnahme nimmt sie aber Partei für alle Kitas und alle Ausbildungsgruppen.

Forderungen der BAG-BEK:

"1. Rechtliche Absicherung von Fachberatung:
Rechtsanspruch der Fachpraxis und der Träger auf Fachberatung im SGB VIII verankern und die Finanzierung von Fachberatung auf Länderebene verbindlich regeln.

2. Berufsprofil und Aufgabenbeschreibung von Fachberatung:
Prozessorientierte, systematische und kontinuierliche Qualitätsentwicklung als Kernaufgabe von Fachberatung
beschreiben und realisieren.

3. Die bedarfsgerechte personelle Ausstattung mit Fachberatung:
Eine angemessene und bedarfsorientierte personelle Ausstattung für die Fachberatungsaufgaben unter Berücksichtigung der Trägervielfalt und der regionalen und kommunalen Gegebenheiten.

4. Die Wahrnehmung von Fachberatung durch die Praxis:
Ermöglichung der Wahrnehmung von Fachberatung durch ausreichende Stundenkontingente der Fachkräfte. Gewährleistung der Inanspruchnahme für alle Kindertageseinrichtungen / -tagespflegestellen und Träger.

5. Qualifikationsprofil, Aufgaben und Vergütung der Fachberatung:
Ein einschlägiges praxisorientiertes Hochschulstudium und mehrjährige Berufspraxis im Arbeitsfeld
Kindertagesbetreuung als Voraussetzungen für dieses Tätigkeitsfeld. Mindestanforderungen der Vergütung für die anspruchsvollen Aufgabenbereiche festschreiben.

6.Die Fort – und Weiterbildungssituation von Fachberatung:
Kontinuierliche und spezifische Fort- und Weiterbildung sowie eine trägerunabhängige Supervision und Vernetzung der Fachberatung auf Länder- und Verbandsebene, Reflexion und Weiterentwicklung des
Angebotes auf Ebene der Länder. Verpflichtung der Fachberater*innen zur Wahrnehmung von Fortbildung.

7. Systematische und kontinuierliche Qualitätsentwicklung für die Arbeit von Fachberatung:
Entwicklung von Qualitätskriterien und Selbstevaluationsmöglichkeiten in einem bundesweiten Fachdiskurs und deren verbindliche Realisierung in den Ländern.

8. Die Erhebung von Daten zur Fachberatung durch die Kinder- und Jugendhilfestatistik:
Langzeitbeobachtung zur Entwicklung des Feldes und seines Fachberatungssystems ermöglichen."

Quelle: Stellungnahme der Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung in der Kindheit/AG
zum Zwischenbericht „Frühe Bildung weiterentwickeln und finanziell sichern“ der Bund-Länder AG „Frühe
Bildung“. Sie können die Stellungnahme hier herunterladen.

Foto: contrastwerkstatt/fotolia
 

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