Anmelden
Digitale Bildung
15.04.2017  Thomas Feibel

Ich mache mir mein eigenes Buch! Mit einer App.

Mit der App „Book Creator“ können bereits Grundschulkinder ein eigenes Buch schreiben und sogar publizieren.
Cover art
https://play.google.com/store/apps/details?id=net.redjumper.bookcreator&hl=de
 
Wenn junge Autoren ihr Manuskript an Verlage schicken, bekommen sie in der Regel einen unpersönlichen Absage-Formbrief zurück. Das hat sich im Internetzeitalter stark geändert, denn heute kann nicht nur jeder Schreibende mühelos sein eigenes Werk ohne Verlag herausbringen, sondern selbst schon Schulkinder. Möglich macht das eine Kreativ-App wie „Book Creator“, die spielend einfach und selbsterklärend ist. In ihrer Heimat USA wird sie bereits in vielen Grundschulen eingesetzt, aber auch in Deutschlands Tabletklassen erweist sich „Book Creator“ mittlerweile als unverzichtbar.

 
„Book Creator“ ist ein Kreativ-Werkzeug

Um Missverständnisse zu vermeiden: „Book Creator“ gibt keine Anleitungen, wie Bücher oder E-Books erstellt werden. Vielmehr handelt es sich um ein nützliches, ab der 3. Klasse einsetzbares  Werkzeug, das alle Vorzüge eines multifunktionalen Tablets zu nutzen weiß. Schulkinder können damit Texte tippen, handschriftlich schreiben, Comics erstellen, Bilder malen und Fotos, Videos und Tonaufnahmen einbinden.  Beim Einsatz sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt, ganz gleich, ob es sich um eine Erzähl-Geschichte, ein aufbereitetes Sachthema oder eine Schülerzeitung handelt. Selbst Umsetzungen für Mathematik und Fremdsprachen sind möglich. Durch seine deutlich kindgerechte Handhabung ist damit auch eine Ablösung der klassischen Powerpoint-Präsentation vorstellbar.

 
Wie funktioniert „Book Creator“?

Weil sich „Book Creator“ nur auf zwei Menüpunkte beschränkt, ist die Bedienung so einfach. Es gibt nur ein Plus- und ein Informationszeichen- mehr nicht. Mit dem Pluszeichen geht es zur Werkzeugauswahl, also unter anderem zur Texteingabe, der Stiftfunktion und den Fotos, die sich bereits auf dem Tablet befinden oder es können auf der Stelle neue Aufnahmen gemacht werden. Jede Auswahl erscheint mit einem Rahmen versehen auf der  Buchseite.Der lässt sich über die blauen Anfass-Punkte in Größe und Anordnung anpassen. Mit dem zweiten „i“-Schalter geht es dann tiefer in die Gestaltung der jeweiligen Eingabe: Texte werden wie bei MS-Word in Schrift, Form (fett, kursiv) oder farblich verändert. In der Stiftfunktion legen Kinder hier Farben und Strichdicke fest. Fotos, Videos und Geräusche kommen dann zum Einsatz, wenn es zum Beispiel um ein Haustier geht.
  


Texte können in verschiedenen Farben und Schriften verwendet werden


 Die Einbindung von Fotos ist einfach, ebenso wie das handschriftliche Schreiben.

Was lernen Kinder mit „Book Creator“?

Neben der Lese- und Schreibkompetenz lernen Kinder auch den kreativen Umgang mit Layout und Gestaltung. Natürlich lässt sich munter drauflos schreiben und malen, um sich so mit den Möglichkeiten und Funktionen vertraut zu machen, aber schon beim zweiten Versuch wird klar, dass nur mit einem klaren Konzept das Ziel schneller, besser und professioneller  erreicht wird. Noch ein Vorteil: Wenn Schüler ein Projekt mit Fotos und Filmen in die Hand nehmen, ist das der ideale Zeitpunkt um sie vertraut zu machen, was mit Fotos geht und was auf keinen Fall geht. Themen wie das Recht am eigenen Bild werden in einem positiven Kontext wie der eigenen Buchgestaltung anders aufgenommen als ohne Partizipationsmodell. „Book  Creator“ eignet sich auch gut für Gruppenarbeit. Die  „Autorengruppe“ verteilt dann die Aufgaben: Wer erzählt die Geschichte? Wer malt ein Bild? Wer filmt oder fotografiert und wer bindet alles in das Projekt mit ein?


 Videos und Tonaufnahmen sind dann sinnvoll, wenn das Werk bei YouTube hochgeladen wird


 Malen geht auch


 Die Comic-Variante funktioniert wie ein Fotoroman

Was geschieht mit den Werken?

Auch hier haben sich die Macher Gedanken gemacht. Die einfachste Variante ist die Erstellung eines PDFs, das sich ausdrucken oder versenden lässt. Wer es jedoch wirklich ernst mit dem eigenen Buch meint, kann es gleich im ePubformat abspeichern und mit Hilfe eines Erwachsenen in einem der E-Book-Shops hochladen. Für erste mediale und geschäftliche Erfahrungen - zum Beispiel einer Schülerfirma -  sicher kein schlechter Ansatz. Sobald Videos und Tonaufnahmen vorkommen, kann das Werk alternativ auch als Video veröffentlicht werden. Mittlerweile gibt es auch eine „Book Creator“- Version für den PC, die sicher von der Tastatureingabe angenehmer ist. Doch ist und bleibt ein Tablet durch seine mobilen Einsatzmöglichkeiten das ideale Gerät für diese App.
 
Fazit: Der „Book Creator“ ist ein sehr vielseitig einsetzbares Kreativwerkzeug.
 
Fakten
Book Creator
Red Jumper
App für iOS und Android
5 Euro oder kostenlose Probeversion
 
Der Autor:
Thomas Feibel
ist Leiter des Büros für Kindermedien. Als Journalist ist er auf die Neuen Medien spezialisiert und hat mit der Family Media den Kindersoftwarepreis TOMMI initiiert. Zudem schreibt er Kinder- und Jugendbücher und hat Medienführerscheine wie zum Beispiel „Smartphone aber richtig“ veröffentlicht. Mehr über den Autor erfahren Sie unter www.feibel.de.

Bildquelle: Thomas Feibel/Red Jumper
 
 

Teilen auf
Teilen auf Facebook