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Kita
24.05.2017  Ute Dittmann

"Die Lassenspatzen" - ein Eltern-Kind-Chor in Schöneberg

Aus Freude am Singen hat unsere Autorin eine Idee gehabt - und umgesetzt. Und siehe da: Alle sind begeistert. Ein kreatives Beispiel für Erziehungs- und Bildungspartnerschaft! Und Spaß macht es auch.
Als Erzieherin und Elterntrainerin ist es mir ein besonderes Anliegen, Familien etwas nahe zu bringen, das sie als Familie gemeinsam unternehmen können. Ich wuchs selber mit Musik auf, die ich jeden Tag in gesungener oder gespielter Form in den Kitaalltag einbringe. So keimte in mir die Idee, einen Chor in der Kita zu etablieren. Bei jährlichen Festen bemerkte ich das große musikalische Potential bei den Eltern. Unsere Kinder in der Kita – es sind insgesamt 60 - haben ebenfalls viel Freude in den vielen Formen, in denen sie mit Musik in Berührung kommen.
 
Eines Nachmittags in der Abholsituation kam ich mit  zwei Müttern ins Plaudern und wir sangen spontan einen alten Popsong. Ich erzählte nebenbei von meinem Traum. Beide Mütter waren sofort Feuer und Flamme. Wegen ihrer Kinder verzichten sie  zur Zeit auf eigene Chorerlebnisse , betonten aber, daß sie viel Freude an einem Eltern-Kind-Chor hätten.
 
Ich brauchte nicht lange, unsere Leiterin von der Idee zu überzeugen.
 
Eines unserer Kinder hat eine Mutter, die Pianistin ist. Ich fragte sie, ob sie sich vorstellen könnte, uns bei dem Chor zu begleiten. Sie sagte begeistert zu. Die Elternvertreter sandten eine Rundmail an alle Familien der Kita. Dann machte ich im Treppenhaus unserer Kita  einen Aushang mit der Einladung zu unserem Eltern-Kinder-Chor, der zunächst „die Lassenspatzen“ , angelehnt an den Namen unserer Kita, genannt wurde. Unsere erste Chorprobe fand  Mitte April statt. Dafür suchte ich Lieder aus, die im Wechsel  in Ruhe und mit Bewegung gesungen werden können. 15 Mal kopierte ich die Texte für die Eltern..
 
Der Nachmittag kam und ich bereitete unseren Aktionsraum für die Familien vor. Dann strömten die Kinder und Eltern in den Raum. Die jüngsten Kinder sind ein Jahr, die Ältesten sechs Jahre alt. Auch Geschwisterkinder, die bereits in der Schule sind, waren herzlich willkommen.
 
Es stellte sich heraus: Ich hatte zu wenige Noten kopiert. Nie hätte ich damit gerechnet, daß diese Idee solch einen großen Zuspruch findet.

Wir fingen an mit dem Stimmbildungsspiel „Hepa, Ariba, Oshun, Simba Kalimba, Kiri Tonga“. Spielspaß und Bewegung waren damit gleich  gegeben. 
 
Unser erstes Lied war „Singt ein Vogel“, dann „die Jahresuhr“ mit Tanz, „Didi der Osterhase“, das Bewegungslied „Jepo i taitai“.
 
Das erste mehrstimmige Lied war der Kanon „Es tönen die Lieder“. Zum Abschluss sangen wir eines der Lieblingslieder der älteren Kinder, „Ich lieb den Frühling“. Bei diesem Lied kann der Refrain als Begleitung zu den Strophen durchgehend gesungen werden. Somit bekamen wir noch ein zweites Mal ein Gefühl für mehrstimmiges Singen.
 
Ich war so überrascht von diesem wunderbaren Ereignis. Zum Ende bedankte ich mich für das Engagement der Eltern und Kinder und fragte, ob eine Wiederholung bzw. Fortsetzung des Chores gewünscht wird. Ich bat um Liederwünsche für das nächste Treffen, gern auch Kinderlieder aus den Herkunftsländern der Eltern. Es gab soviel positives Feedback, das ich gern im Monat Mai einen neuen Termin ins Auge fasste.

Auch dieses Chortreffen hat inzwischen stattgefunden, wieder kamen fast alle Eltern, die das erste Mal dabei gewesen waren. Dieses Mal wollten die Eltern das  Lied, „Die Gedanken sind frei“ singen. Als Nächstes folgte  das türkische Lied „ekmek buldum“, zu dem im Vorfeld eine türkischsprachige Mutter die Übersetzung gab. Beim Chor lernten wir zu diesem Lied noch einen traditionellen Tanz von einer teilnehmenden Mutter.
Und dann noch Mozarts Lied „Komm lieber Mai“. Es  passte so gut zum Monat und wurde von den Familien mit Freude angenommen.
 
Nach diesem zweiten Singen äußerten die Eltern den  Wunsch, der Chor möge doch jede Woche stattfinden. Allein – mir  fehlt die Zeit. Vielleicht wird der Chor ein Selbstläufer von den Eltern. Ich lasse mich überraschen.

Die Autorin
Ute Dittmann ist Kinderpflegerin, Erzieherin, PEKiPLeiterin, Luftsicherheitsassistentin, Elterntrainerin, Dozentin am Tempelhofer Forum, und arbeitet im Hauptberuf als Erzieherin in der Kita am Lassenpark in Berlin-Schöneberg.
Kontakt: ute.fuer.familie@gmail.com

Foto: picture factory/Fotolia


 

 


 

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