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Inklusion/Diversity
09.09.2017  Franziska Schromm

Kinder mit gravierenden Lernschwierigkeiten in der Grundschule

Erschwerte Lern- und Lebenssituationen behindern das Gelingen des Lernens. Kinder mit gravierenden Lernschwierigkeiten benötigen einen Unterricht, der ihren Bedürfnissen entspricht, sie in ihrem Lernen unterstützt und eine Interaktion aller Entwicklungsbereiche zum Ziel hat. Wie sollten lernförderliche Rahmenbedingungen in den Entwicklungsbereichen Motorik und Wahrnehmung sowie Emotionen und soziales Handeln aussehen? Dieser Artikel gibt Anregungen und zeigt, wie sich erfolgreiche Lernprozesse unterstützen lassen.

Der Aspekt der äußeren Ordnung

Bedingt durch ihre erschwerte Lebenssituation (»Erlebnisse der Seele werden zu Spuren im Gehirn« (Spitzer)) streben Schülerinnen und Schüler mit gravierenden Lernschwierigkeiten primär nach Sicherheit, Verlässlichkeit und Transparenz. Bedürfnispsychologisch und in Anlehnung an Maslow ausgedrückt hat dies zur Folge, dass Lernen als Wachstumsbedürfnis nur stattfinden kann, wenn dem Streben nach Sicherheit als Defizitbedürfnis entsprochen wird (vgl. Bundschuh 2007, S. 28). Sonderpädagogisch lässt sich dieses Be
dürfnis im Prinzip der Strukturierung umsetzen: »Äußere Strukturierung dient als Hilfe für das Kind, sich innerlich zu strukturieren, Halt zu finden und Orientierung« (Bergsson/Luckfiel 2010, S. 52). Somit ist es Aufgabe der Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler zu unterstützen, damit diese sich selbst strukturieren und lernen können. Diese Elemente der Unterrichtsgestaltung kommen Kindern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf zugute (vgl. ebd.). Der Rahmenlehrplan für den Förderschwerpunkt Lernen fordert für Schülerinnen und Schüler mit gravierenden Lernschwierigkeiten eine klare Unterrichtsstruk- tur, eindeutige Regeln, eine ruhige Unterrichtsatmosphäre mit rhythmisierenden Elementen, Lernen mit allen Sinnen, Aktivierung, eine gestaltete Lernumgebung mit einer sozial verträglichen Sitzordnung sowie ein lernförderliches Klima, in dem regelmäßig Verhalten und Lernen reflektiert werden (vgl. Rahmenlehrplan 2012, S. 26; S. 34). Diese Forderungen sowie der Aspekt der äußeren Ordnung spiegeln sich in einigen Merkmalen guten und qualitativ hochwertigen Unterrichts nach Meyer wider, nämlich in der inhaltlichen Klarheit, der klaren Strukturierung und der vorbereiteten Umgebung (vgl. Eckerlein/von Pallandt 2007, S. 366). Doch wie lässt sich dies im Schulalltag unter sonderpädagogischen Gesichtspunkten umsetzen?

Wir übernehmen diesen Beitrag aus dem Grundschulmagazin des Oldenbourg Verlages. Sie können ihn weiterlesen, wenn Sie ihn hier herunterladen.

Foto: Shutterstock

 

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