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Rezensionen und Reviews
02.10.2017  Christiane Hartmann

Fachzeitschriften: Neues für die Kita 9/2017

Im September sind zehn neue Kita-Fachzeitschriften bei uns eingetroffen. Die Themen reichten von Ängsten der Kinder über Leitungskräfte stärken bis hin zur Qualitätsdebatte. Bei unserem Blick in die Fachzeitschriften können Sie in die Themen hineinschnuppern und sich in kurzer Zeit einen aktuellen Überblick verschaffen.


Der Überblick umfasst im September folgende Fachzeitschriften:

Hilfe, ein Gewitter!  - Kinderängste

Bereits in der Juli/August-Ausgabe dieses Blicks in die Fachzeitschriften spielte das Thema Ängste der Kinder eine Rolle. Die Zeitschrift Frühe Kindheit hat den Ängsten eine ganze Ausgabe gewidmet. Gleiches tut klein&groß MEIN KITA-MAGAZIN mit seinem September-Heft. Muss ich sterben? Was passiert bei Gewitter? Und warum ist der Donner so schrecklich laut? Wie gefährlich sind Hund wirklich? Im Beitrag von Malte Mienert bekommen Sie Impulse, wie Kinderängste aufgegriffen und bearbeitet werden können. Aus Mienerts Fazit: "Ängste begleiten den Menschen ein Leben lang. Sie sind für seine Entwicklung nicht nur wichtig, sondern können sein Leben retten. Sie machen uns auf Gefahren aufmerksam und fordern uns auf, unsere Bewältigungs- und Verteidigungsmöglichkeiten abzuprüfen. Für die Arbeit mit Kindern ist es von daher wesentlich, Ängste als etwas Wichtiges, Natürliches und Hilfreiches zu besprechen, gleichzeitig aber zu verdeutlichen, dass Angst etwas ist, das im Menschen selbst entsteht und dort auch reguliert werden kann."

Oft hören Kinder und Erwachsene den Satz "Sei nicht so ein Angsthase!". Mit dem Gebrauch dieses Satzes werden Ängste nicht ernstgenommen. Wie aber können wir den Umgang mit der Angst in der Kita begleiten? Die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Hedi Friedrich gibt hierzu Antworten und Impulse für Ihre Kita-Praxis.

Patricia Bartl zeigt, wie mit Märchen die Angst bewältigt werden kann. Schließlich sind Märchen Geschichten mit einem Happy-End, das Mut macht. 

Kennen Sie Mutmachgeschichten? In diesen Geschichten werden Ängste der Kinder aufgegriffen und erst genommen. Sie helfen, auf das Kind einzugehen, mit der Angst umzugehen oder sie zu überwinden. Die Autorin Ilka Köhler berichtet in klein&groß MEIN KITA-MAGAZIN 9/17 aus ihrer Praxis. Ihre Mutmachgeschichten lassen sich bereits im Morgenkreis einsetzen. 

Klein&groß wäre nicht klein&groß, hätte sich nicht die Grafik mit düsteren Farben auf das Schwerpunktthema eingestellt. Das Thema "Farben" spielt aber auch ausdrücklich eine Rolle. Das Einbeziehen von Farben kann eine gute Möglichkeit sein, die Angst-Thematik aufzugreifen und zu kommunizieren, denn Farben sind Ausdruck seelischer Stimmungen, gleichzeitig haben sie aber auch große Auswirkungen auf die Stimmungen (Astrid Jahns).

Angst vor Neuem und Unbekanntem war in unserer Evolutionsgeschichte überlebenswichtig und ist weiterhin genetisch verankert. Anne Pulkkinen zeigt, wie Entwicklungsängste von Krippenkindern durch Erzieher und Eltern begleitet werden können. 

Im Oktober-Heft von klein&groß MEIN KITA-MAGAZIN wird das Thema "Angst" erneut aufgegriffen. Den Beitrag von Cornelia Weinert Belastende Gefühle ... Projektideen zum Umgang mit Angst haben wir mit freundlicher Genehmigung der Redaktion auf das Portal Frühe Bildung online übernommen. Ein Beispiel zu den Projektideen ist ein Anti-Angst-Spray gegen Geister, Gespenster, Monster, Ungeheuer und Vampire. Man nimmt dafür kleine Sprühflaschen aus Kunststoff (jeweils entsprechend der Anzahl der Kinder), kleine Schälchen (gleiche Anzahl wie Kinder), Wasser (in einer Kanne abgefüllt), Lavendelblütenöl, Orangenöl, Nelkenöl, Pfefferminzöl, Zitronenöl usw.

Klein&groß 9/17 bearbeitet aber noch viele andere Themen; z.B. zeigt Silke Bicker, wie man mit 3-6jährigen Pflanzen-Farben selbst herstellen kann. Wie man selbst eine rasante mobile Kugelbahn bauen kann, zeigt Rita Greine. 

Horst Küppers berichtet über die exzellente Frühpädagogik in Schweden. Und immer wieder geht es in klein&groß darum, das Team zu stärken. Wann kann das besser gelingen als in der Teamsitzung? Das ist die Zeit, in der die meisten Fachkräfte anwesend sind und sich begegnen. Eine günstige Gelegenheit also, um gezielte Elemente zur Teamstärkung einzubauen, findet Sibylle Münnich. 
Claudia Haas reflektiert die Kindheit heute - kindliche Sozialisierung und Identitätsfindung.
 

Beobachtung und Dokumentation

Beobachtung und Dokumentation ist der Schwerpunkt von klein&groß MEIN KITA-MAGAZIN Oktober 2017. "Erzieherinnen sind Webbegleiter: sie dürfen ein Kind auf einem Stück ihres Lebensweges unterstützen und begleiten. Hierbei besteht die Aufgabe, es in seiner Entwicklung positiv zu fördern, ihm Möglichkeiten aufzuzeigen und diesen Weg zu dokumentieren. Voraussetzung hierfür sind eine gezielte Beobachtung und kreative Dokumentationsmöglichkeiten.

Sabine Backes und Nikola Künkler legen dar, was unter kreativer und partizipativer Bildungsdokumentation zu verstehen ist. 

"Beobachtungsbogen-Entwicklerin" Kornelia Schlaaf-Kirschner gibt Tipps für einen sinnvollen Umgang mit diesen Dokumenten. 

Das Erstellen eines Portfolios ist ein umfassendes Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren, das sowohl die Entwicklungsdokumentation als auch die Beobachtung und Dokumentation der Bildungsprozesse der Kinder beinhaltet. Aus diesem Grund entscheiden sich sehr viele Kitas, diese Methode in ihre Arbeit zu integrieren. Wie dies gelingen kann, wird von Peggy Sarnowsky-Bresnik aufgezeigt. 

Der Artikel Im Herbst mit Familie Igel bietet für Kleinstkinder ein kleines Themenpaket rund um den Igel mit fünf unterschiedlichen Angeboten (Miriam Kaykusuz). So kann eine ganze Woche über "Familie Igel" und deren Lebensweise gestaltet werden. 

 

Nebel, weißer Nebel - musikalische Aktionen zum Herbst

Wenn im Herbst die Stunden mit Äpfeln, Nüssen und Kastanien, Herbstblättern und Wind vorbei sind, warten alle sehnlichst auf den ersten Schnee. Wenn es draußen trüb und grau ist, kommt genau der richtige Moment, um sich das Geheimnisvolle des Nebels ins Zimmer zu holen. Ulrike Eiring vermitttelt in Musik, Spiel und Tanz mit Kindern von 0 bis 6 musikalische Aktionen im Herbst. 

Kristin Langer begründet ihren Standpunkt, dass Medienkompetenz gelernt sein will und weist auf Empfehlungsportale und Elternratgeber wie z.B. www.schau-hin.info hin. 

Musik, Spiel und Tanz mit Kindern von 0 bis 6 enthält ein neues Igel-Lied von Susanne Peter, mit ausgearbeitetem dazugehörigem Elternbrief. Dieser ist eines der Markenzeichen der Zeitschrift. 

Wer mit Klanggeschichten arbeitet und so dazu beiträgt, dass Kinder in die Entspannung kommen, findet hier neues Material. Silke Miriam Blanz hat die Klanggeschichte von der kleinen, leichten Feder und dem großen, schweren Nilpferd beigesteuert. 

Sabine Förner führt an die Komposition "Bilder einer Ausstellung" von Modest Mussorgski heran. Hilfreich ist dabei das Malen zur Musik. 

Entspannungsgeschichten von Kristin Thielemann führen die Kinder in den Wald und schicken sie mit den Wolken auf die Reise. Eine Zoo-Geschichte informiert beiläufig über verschiedene Instrumente (Heidi Leenen). 

Gibt es Lieder, die Kindern die Möglichkeit bieten, innerhalb eines festen Rahmens sprachlich kreativ zu sein? Ganz nach Lust und Laune und immer den eigenen Fähigkeiten entsprechend? Heidemarie Dude hat solche Lieder komponiert. Als Sprach-Spiel-Lieder sind sie so konzipiert, dass von Strophe zu Strophe immer ein oder mehrere Worte ausgetauscht werden. 

Elena Marx präsentiert Tiki tiki sambo. Das ist ein kurzes, orientalisch klingendes Lied mit Nonsenssilben und einigen arabischen Wörtern. Zu diesem Interkulturellen Lied kann man gut mit Chiffontüchern tanzen. 

José Posada stellt ein Video-Tutorial zum ersten Satz von Mozarts Sinfonie Nr. 40 zur Verfügung. 

In vielen Kitas und Grundschulen sind Lesepaten gern gesehene Gäste. Sie lesen nicht nur vor, sondern betrachten mit den Kindern auch Bilderbücher und sprechen über das Gehörte und Gesehene. Nun gibt es seit kurzem auch Singpaten, die in Kitas und Grundschulen gehen und mit den Kindern singen. Gerhart Roth schult Interessierte im Raum Darmstadt-Dieburg für dieses Ehrenamt und berichtet über die Initiative. 

Immer wieder spannend ist die ständige Rubrik "So mache ich's". Die Germanistin und Autorin Katharina E. Volk beschreibt, wie gute Texte für Kinder sein sollten: fantasievoll, warmherzig und poetisch. 

Über musikalische Aktivitäten in Kitas schreibt auch Johannes Beck-Neckermann in klein&groß MEIN KITA-MAGAZIN Oktober 2017. 
 

Rechtliche Fragen

In KiTa aktuell Recht geht es Ulrike Stücker darum, Aufsichtspflicht im erzieherischen Alltag fehlerfrei umzusetzen. Sie gibt den LeserInnen folgende Impulssätze mit auf den Weg:

  1. "Orientieren Sie sich daran, was verständige Eltern vernünftigerweise in der konkreten Situation an erforderlichen und zumutbaren Maßnahmen treffen müssen, um Schädigungen Dritter durch ihre Kinder sowie Eigenschäden zu verhindern. 

  2. Richten Sie sich bei der gebotenen Aufsicht nach Alter, Eigenart und Charakter des Aufsichtsbedürftigen und nach der Vorhersehbarkeit des schädigenden Verhaltens. 

  3. Belehren Sie die Aufsichtsbedürftigen über die Gefahren, die im Umgang mit Sachen oder Personen oder im Lauf des täglichen Lebens entstehen. 

  4. Prüfen Sie, ob die Belehrungen von den Aufsichtsbedürftigen verstanden und umgesetzt werden. 

  5. Seien Sie konsequent in der Durchsetzung der gesetzten Gebote und Verbote.

  6. Dokumentieren Sie Ihre Maßnahmen zur Wahrnehmung der Aufsichtspflicht.

  7. Sorgen Sie für transparente und nachvollziehbare Organisationsabläufe, damit feststeht, wer genau wann und wo die Aufsichtspflicht auszuüben hat.

  8. Delegieren Sie die Aufsicht nur an Personen, die geeignet sind.

  9. Achten Sie auf eine ausreichende Versicherung Ihrer Tätigkeit und erkundigen Sie sich, was von wem wie versichert ist. Schließen Sie bei Bedarf eine Berufshaftpflichtversicherung ab. 

  10. Frischen Sie Ihr Wissen zum Thema Aufsichtspflicht und Haftung nach etwa 3 Jahren in Fortbildungsveranstaltungen wieder auf."


Öffnungszeiten von Kindertageseinrichtungen sind ein zentraler Faktor zur Sicherstellung bedarfsgerechter Betreuungszeiten und damit auch ein Merkmal der Strukturqualität dieses Angebots. Tijen Atkaya und Christiane Meiner-Teubner fassen zusammen, welche Regelungen die Länder festgeschrieben haben und welche Öffnungszeiten und -dauer in den Kitas tatsächlich bestehen. 

Aus paradiesischen Arbeitsbedingungen kann für gemobbtes Personal die Hölle werden. Mobbing hat weitreichende Folgen nicht nur für den Einzelnen, sondern für das gesamte Kita-Team. Alexandra-Isabel Reidel schreibt über Mobbing und Burn-out am Arbeitsplatz

Warum Kinderrechte wichtig sind und warum sie manchmal falsch verstanden werden, behandelt Jörg Maywald, Geschäftsführer der Deutschen Liga für das Kind. Er referiert auch bei den bevorstehenden Kitaleitungskongressen 2018. Marlies Kroetsch vertieft die Kinderrechte in der Kita. Ihr Fazit: "Für Kitas stellt die Orientierung an Kinderrechten als pädagogisches Grundprinzip neben Herausforderungen einen Gewinn an Qualität und Zufriedenheit von Kindern und Mitarbeiter/innen dar. Die Implementierung von Kinderrechten leistet einen zentralen Beitrag für die Entwicklung der Kinder. Die Kinder können im demokratischen Miteinander ihre Kompetenzen erweitern. Zudem bedeuten Kinderrechte neben der Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen immer auch präventiven Kinderschutz."

Um präventiven Kinderschutz geht es auch Simone Blaser, die zeigt, wie man Kinder vor Missbrauch schützt und Schutzkonzepte für (inklusive) Kitas entwickelt. Einen Einblick in mögliche Bausteine von Schutzkonzepten gibt der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs. 

Last not least werden das Recht am eigenen Bild behandelt (Astrid Mix-Strzoda) sowie Urheberrechtsfragen auf der Kita-Homepage (Helena Schöwerling). 
 

Reine Kopfsache? Glück

"Glück ist ein Mosaikbild, das aus lauter unscheinbaren kleinen Freuden zusammengesetzt ist (Daniel Spitzer). Die Fachzeitschrift Welt des Kindes, herausgegeben vom Verband Katholischer Kindertageseinrichtungen für Kinder, widmet sich in ihrer September/Oktober 2017-Ausgabe dem Thema Glück. Was ist Glück? Wie können Kitas zum Glückserleben von Kindern beitragen? Hierüber hat sich Rainer Strätz Gedanken gemacht. 

Linktipps zum Glück hat Daniela Seibert zusammengetragen: Sehr berührend finde ich den Artikel von Melanie Wolfers über die Kunst, mit sich selbst befreundet zu sein. Sie kritisiert den allgegenwärtigen Selbstoptimierungsdruck und stellt einen ungewohnten Zugang zu gelebter Spiritualität und einem erfüllten Leben vor. "Ein wichtiger Aspekt der Persönlichkeitsentwicklung liegt in einer wohlwollenden Selbstbeziehung." 

Bernd Seel-Hoffend erörtert, ob die Erzieherinnenausbildung dem wachsenden Interesse am Thema "Glück" Rechnung trägt. 

"Zum Glück!" ist der Titel des Standpunktes von Frank Jansen, dem Geschäftsführer des Verbands Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder. Er meint, dass ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder in Sicht ist - glücklicherweise. 

Über das Thema "Glück" hinaus behandelt Welt des Kindes die elterliche Sorge im islamischen Recht (Burghard Pimmer-Jüsten). 

In der Rubrik "Leiten - führen - steuern" werden von Thea Heuer die Aufgaben und Verantwortlichkeiten eines Kita-Trägers behandelt. 

Maren Bonacker stellt mit gewohnter guter Marktübersicht schöne Bilderbücher vor. 
 

Die Gewinnung und Sicherung von Kitapersonal

Über die Erfahrungen mit den QuereinsteigerInnen als Erzieher/in berichtet Tim Frauendorf, Berater bei der Koordinierungsstelle "Chance Quereinstieg/Männer in Kitas" in KiTa aktuell MO September 2017. Die interessentInnen brauchen für ihre Entscheidung eine solide finanzielle Entscheidungsgrundlage. "Wenn landesspezifische Informationen zu Finanzierungsmöglichkeiten dort publiziert werden, wo Informationen zur Erzieher/innenausbildung geboten werden, wäre das ein echter Gewinn", regt Stephan Höyng an. 
 

Leitungskräfte stärken

"Unter welchen Rahmenbedingungen arbeiten Kita-Leitungen? Wie steht es um ihre zeitliche Ressourcenausstattung? Wie kann ihre Position gestärkt werden?" Anne Münchow und Kathrin Bock-Famulla stellen in Betrifft KINDER 08-09/2017 Fakten und Empfehlungen aus der Schwerpunkt-Reihe "Kita-Leitung" der Bertelsmann-Stiftung vor.

"Was uns wirklich belastet, ist der Fachkräftemangel", sagt Franziska Larra über ihre Leitungstätigkeit bei den Hamburger "Elbkindern", im Interview mit Barbara Leitner. 

Die ehemalige Leiterin Carola Wunderlich-Knietsch äußert sich zur Freistellung der Leitung. 

Die Professionalisierung der Leitung spielt auch eine Rolle bei Sabine Skalla in KiTa aktuell Baden-Württemberg September 2017.

Albert Horbach stellt in kinderleicht!? 5/17 fest: "Erzieher/-innen sind inzwischen 'Mangelware', es rächen sich die bildungspolitischen Versäumnisse der Vergangenheit in Ausbildung und Bezahlung. Bei der Gewinnung von qualifizierten Leitungskräften scheint es sich ähnlich zu verhalten - und das gerade jetzt, wo Kommunen, deren Deckungsgrad mit Kitaplätzen noch nicht ausreichend ist, neue Kitas eröffnen wollen, teilweise mit deutlich ausgeweiteteten 'Randzeiten' (vor 7.30 Uhr und nach 16.30 Uhr), um die propagierte und versprochene Vereinbarkeit von Familie und Beruf endlich umzusetzen." 

Gebührenfreiheit oder Qualität?

Jens Klennert und Tanja Miguez, die Redakteure von Betrifft KINDER, haben stets engagiert die Initiative von GEW, AWO und KTK begleitet. Barbara Leitner sprach mit Björn Köhler, dem neu gewählten Leiter des Organisationsbereichs Jugendhilfe und Sozialarbeit beim GEW-Hauptvorstand. Er hält es für "unverantwortlich, wenn Politiker mit der populären Forderung nach Gebührenfreiheit auf Stimmenfang gehen und sich dabei nicht gleichzeitig für eine bessere Qualität in den Kitas starkmachen:"

Frank Jansen, Geschäftsführer des KTK-Bundesverbandes, trägt in KiTa aktuell 09.2017 Eckpunkte für ein Bundesqualitätsentwicklungsgesetz zusammen. Zu den wesentlichen Qualitätszielen gehören eine bessere Fachkraft-Kind-Relation, mehr zeitliche Ressourcen für Leitungsaufgaben und ein bedarfsgerechter und niedrigschwelliger Zugang zu Kinderbetreuungsangeboten. 

Ein Qualtätssicherungsgesetz ist nicht die Lösung für den Fachkräftemangel, ist die Position von Hilde von Balluseck auf diesem Portal. Sie ruft in Erinnerung, dass die Sorge für andere ein Frauenthema ist und zeigt das  Erfordernis eines Gesamtkonzepts für die pflegerischen Berufe (Care). 

Fortbildner/innen kritisieren die aktuelle Qualitätssituation in Kindertagesstätten. Es gibt einen offenen Brief des Netzwerks "Fortbildung Kinder bis 3", der sich an die Verantwortungsträger der Kinder- und Jugendhilfe richtet und besonders auf Defizite in der Personalaustattung der Kitas und die damit verbundenen Gefahren für deren Qualität aufmerksam macht. Eine der Initiatorinnen, Michaele Gabel, hat KiTa aktuell Baden-Württemberg September 2017 ein Interview gegeben; Sylvia Zöller gab ein Interview für KiTa aktuell MO September 2017. 

Im Qualitätsdiskurs um Tageseinrichtungen für Kinder geht es letztlich um die Frage: Wie kann es gelingen, das Recht des Kindes auf eine angemessene Bildung, Erziehung und Betreuung unabhängig von seiner Herkunft oder Wohnort sicherzustellen, ihm höchstmögliche pädagogische Qualität anzubieten und optimale Rahmenbedingungen für die Arbeit der Fachkräfte zu schaffen? Birte Radmacher vom GEW Hauptvorstand äußert sich zu der Frage in KiTa aktuell MO September 2017. 

Armin Krenz legt in kinderleicht!? 5/17 die nordrhein-westfälischen "Bildungsgrundsätze für Kinder von 0 bis 10 Jahren" dar. Seine Kernsätze: Das Kind braucht Mitgestaltungs- und Freiräume. Kindern steht Begleitung zu - kein vorgegebener Dirigismus. Bewegung gehört zum Lernen wie Sprache in Alltagskommunikation. Das Spiel ist zentraler Ausgangspunkt für alle Bildungsprozesse. 
 

Der Konzeptionserstellungsprozess - Schritt für Schritt zum pädagogischen Profil
oder: Kultur ist, wie wir leben

Nicht wenige denken, sie könnten sozusagen "über Nacht" eine Konzeption aus dem Nichts zaubern. Doch so einfach ist es nicht. Möchten Sie das pädagogische Profil Ihrer Kita stetig schärfen und zu einer wirklich ansehnlichen Qualität gelangen, dann müssen Sie Schritt für Schritt gehen, benötigen hierfür sowohl viel "Manpower", Zeitressourcen und Energie, als auch einen langen Atem sowie eine ordentliche Portion Frustrationstoleranz. Kurt Weber leitet den Konzeptionserstellungsprozess an (Teil 1 in KiTa aktuell Baden-Württemberg September 2017). 

Und Claudia Kuckelkorn präsentiert in kinderleicht!? 5/17 folgendes Szenario: "Nachdem wir als Kindergarten unsere 70-seitige Konzeption erarbeitet hatten, waren wir erst einmal erleichtet und ein bisschen stolz auf uns. Wir hinterlegten ein Exemplar bei unserem Arbeitgeber und das Thema erst einmal ad acta - so der Plan."
 

Vielfalt als Chance: Flüchtlinge in Kitas beschäftigen

Erst ein Praktikum, dann eventuell ein Freiwilliges Soziales Jahr und anschließend eine Ausbildung zur Erzieherin bzw. zum Erzieher mit Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung: Unter anderem mit diesem Karriereweg eröffnet das Trägernetzwerk Konzept-e aus Stuttgart Geflüchteten langjährige berufliche Perspektiven in Deutschland. Die Erfahrungen mit dieser neuen, sehr motivierten Beschäftigtengruppe sind positiv. Bürokratische Hürden, oft lange Zeit ungeklärte Aufenthaltstitel sowie Sprachbarrieren stellen jedoch Herausforderungen dar. Elke Ostendorf-Servissoglou berichtet in kinderleicht!? 5/17. 
 

Verschiedenes aus KiTa aktuell

Die GemüseAckerdemie Ackerkita bietet ein Bildungsprogramm für Kitakinder an, bei dem sie in die Geheimnisse von Säen, Wachstum und Ernte eingeweiht werden (Franziska Lutz in KiTa aktuell Baden-Württemberg September 2017). 

Sally Paege und Katja Hintze stellen in KiTa aktuell MO September 2017 das Patenschaftsprogramm der Stiftung Bildung vor. 
 

Auf den Spuren von Martin Luther

2017 überlegten die Mitarbeiterinnen der Luther-Kindertagesstätte, welche besondere Aktion den Alltag im Jubiläumsjahr der Reformation bereichern könnte. Die Idee kam vom Maltisch im Gruppenraum. Dort entstehen seit Generationen aus gefalteten Blättern kleine Bücher und Zeitungen, die von den Kindern mit Bildern und Buchstaben gefüllt werden. Und auch wenn Zeitschriften oder Zeitungen ihren Weg in die Kita finden, haben Kinder ein natürliches Interesse daran. Wie wäre es also, ein eigenes Druckwerk zu gestalten, an dem alle von der Krippe bis zum Hort mitarbeiten können? Andrea Lang informiert in kinderleicht!? 5/17. 


Erntefeste

Ein Jahr ist für Kita-Kinder eine unüberschaubar lange Zeit. Sowohl die Natur mit ihrem Wechsel der Jahreszeiten als auch die Kultur mit immer wiederkehrenden - meist religiös geprägten - Festen hilft ihnen, sich im Jahreskreis zu orientieren. In der Serie "Feste der Religionen" hat Kirsten Dietrich für Betrifft KINDER 08-09/2017 Informationen über Erntefeste zusammengestellt. 


Übergänge

Das Thema "Übergänge" wird ausführlich von der Zeitschrift ZeT, Zeitschrift für Tagesmütter und -väter, behandelt. Éva Hédervári-Heller, Rahel Dreyer, Inge Pape und Astrid Sult schreiben darüber. Es geht um kleine, kleinste und große Übergänge in den ersten Lebensjahren. Das Berliner und das Münchner Eingewöhnungsmodell sowie Rahmenbedingungen für einen gelungenen Start werden vorgestellt.  Aber Zet hat auch die Eltern im Blick und die Sicht darauf, wie Mütter und Väter bei der Eingewöhnung ihrer Kinder gut begleitet werden

Zet behandelt auch andere Themen wie das Zeitverständnis von sehr jungen Kindern, Übergangsobjekte und hat einen vielfältigen Ratgeber-Teil. 

 



Foto: Fotolia Monkey Business

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