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Fachzeitschriften
30.10.2017  Christiane Hartmann

Fachzeitschriften: Neues für die Kita 10/2017

Im Oktober sind neun neue Kita-Fachzeitschriften bei uns eingetroffen. Die Themen reichten von der Qualitätsdebatte bis hin zum weihnachtlichen Theaterstück. Bei unserem Blick in die Fachzeitschriften können Sie in die Themen hineinschnuppern und sich in kurzer Zeit einen aktuellen Überblick verschaffen.

Der Überblick umfasst im Oktober folgende Fachzeitschriften:

Kinder in Regenbogenfamilien

Frühe Kindheit - die ersten sechs Jahre ist die Zeitschrift der Deutschen Liga für das Kind. Die Ausgabe 04/17 ist ganz den Kindern in Regenbogenfamilien gewidmet. Das Thema ist da und ist noch im Kommen, denn Pia Berghold und Andrea Buscher, die die Ergebnisse der BMJ-Studie referieren, erwähnen auch einen Befund des ifb zu Gleichgeschlechtlichen Lebensweisen in Deutschland, wonach 41,9 Prozent der kinderlosen lesbischen Frauen und 36,4 Prozent der kinderlosen schwulen Männer angeben, sich ein Kind zu wünschen. 

Die Wissenschaftsjournalistin Katja Irle beschreibt homosexuelle Eltern als Eltern wie alle anderen. Schließlich komme es auf die Zuverlässigkeit und Liebesfähigkeit in der Beziehung zum Kind an sowie auf das elterliche Wohlbefinden und die soziale Einbettung. "Wenn die Umwelt diese Familien akzeptiert, haben die Kinder keine Probleme", ist das Fazit von Marina Rupp, Wissenschaftlerin an der Universität Bamberg. 

Dorett Funke referiert in einem sehr grundlegenden Aufsatz Befunde zu gleichgeschlechtlichen Familien aus der Familienforschung. Und Stephanie Gerlach schreibt in Mama, Mami, Kind über den lesbischen Babyboom in den letzen zehn bis 15 Jahren. Für Lesben und Schwule formuliert sie die Regel: "Wenn Familien selbstbewusst auftreten, dann wird ihnen wahrscheinlich auch offen entgegen getreten." Stephanie Gerlach's Blogs findet man unter www.rainbowfamilynews.de.

Aus der Perspektive von Kindern, die mit lesbischen Müttern, schwulen Vätern oder Trans*-Eltern aufwachsen, ist der Beitrag geschrieben, den Uli Streib-Brzic verfasst hat. 

"Nach wie vor bestehen in der Bevölkerung falsche Vorstellungen und Vorurteile gegenüber Regenbogenfamilien", schätzt Udo Rauchfleisch die Situation im Gespräch mit Jörg Maywald ein. Er hält für sinnvoll, dass der nicht-biologische Elternteil als Elternteil des Kindes anerkannt wird. 

Interessant ist auch die Präsentation des Regenbogenfamilienzentrums Berlin durch seine Leiterin Constanze Körner und des Regenbogenfamilienzentrums Wien durch seine Geschäftsführerin Karin Mayer. Von Christine Wagner wird FAMILYSHIP vorgestellt, Co-Elternschaft als Alternative zur klassischen Kleinfamilie. 

Frühe Kindheit enthält stets aktuelle Nachrichten aus den Mitgliedsverbänden, darunter u.a. auch die Aufforderung des Deutschen Kinderhilfswerks, Familien mit minderjährigen Kindern von Hartz-IV-Sanktionen auszunehmen

Bindungen und Beziehungen

Bindungen und Beziehungen sind das Thema der aktuellen ZeT Zeitschrift für Tagesmütter und -väter 5/2017. Sama Samel macht deutlich, dass das Bedürfnis der Kinder nach Nähe sehr unterschiedlich sein kann, je nach Alter, Charakter, Stimmung, Situation, familiärem und kulturellem Hintergrund. Sie weist darauf hin, dass die Tagespflegeperson nicht nur Kompetenzen in Aufbau und Pflege von Bindungen braucht, sondern auch im "Abgeben" und damit für die Lösung von Bindungsbeziehungen, wenn der Übergang in Krippe oder Kita ansteht. 
Mit dem Wissen darüber, wie Bindungen zwischen Kindern und Betreuungspersonen entstehen und wie Kinder Trennungen erleben und verarbeiten, lässt sich der Abschied aus der Kindertagespflege besser begleiten und gestalten. Dies reflektiert Éva Hédervári-Heller in ihrem Artikel Abschied ist ein scharfes Schwert. Und Anna Winner kritisiert einen undifferenzierten und inflationär verwendeten Bindungsbegriff. Sie fordert von jeder Tagespflegeperson das reflektierende Interesse an jedem einzelnen Kind. Ein kultursensitiver Blick (Jörn Borke) gehört auch dazu. 

Über die Beziehung zwischen Tagespflegekindern und den größeren eigenen Kindern schreibt Ela Müller. 

Auch die Zusammenarbeit mit schwierigen Eltern, die ihr Kind trotz Krankheit in die Kindertagespflege bringen, wird erörtert ((Marion Limbach-Perl). 

Das gut lesbare Heft ZeT hat auch einen sehr dicht gewebten Ratgeber-Teil, z.B. mit einem Artikel über Vertretungsregelungen in der Kindertagespflege

Multiprofessionelle Teams

Sie sind Erzieher/in, Heilpädagog/in, Kindheitspädagog/in, Kinderpfleger/in oder gehören einer ganz anderen Berufsgruppe an? Sie arbeiten in einem multiprofessionellen Team einer Kindertageseinrichtung? Dann ist die aktuelle Ausgabe von TPS (8/2017), die Evangelische Fachzeitschrift für die Arbeit mit Kindern, genau richtig für Sie. Supervision, Inhouse-Seminare, Leitungscoaching sowie verbindliche und ungestörte Besprechungszeiten sind Teil guter Rahmenbedingungen für die multiprofessionelle Kita-Arbeit. Claudia Frey, Leiterin der Kita Rieselfeld in Freiburg, schreibt in TPS über ihre Erfahrungen. 

Was bedeutet multiprofessionelles Arbeiten in der Kita? Was ist Multiprofessionalität? Welche Auswirkungen auf die pädagogische Arbeit gibt es? Dörte Weltzien fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und referiert Empfehlungen der Autorengruppe Fachkräftebarometer, des Deutschen Vereins und der Studie TEAM BaWÜ.

Sonja Alberti berichtet, wie das Heilpädagogisch-Therapeutische Zentrum Neuwied gGmbH mit verschiedenen Berufsgruppen gut aufgestellt ist. Die Anerkennung von unterschiedlichen Wissensformen in multiprofessionellen Teams ist wichtig (Stefanie Pietsch). 

Zwischen 2007 und 2016 sind laut TPS (Seite 21) Teams mit AkademikerInnen von 9.800 auf 20.400 gestiegen. Karin Beher liefert Zahlen, Daten und Fakten zu Teamstrukturen in Deutschlands Kindertageseinrichtungen. 

Über unterschiedliche Gehälter in der Frühpädagogik muss gesprochen werden, meinen Michael Wünsche und Michael Domonell. Das Gespräch ist auf Frühe Bildung online dokumentiert. Die Multiprofessionalität in den Familienzentren wird von TPS im Interview mit Vanessa Schlevogt und Claudia Lorena Rautenberg dargelegt. 

Wenn man sich mit Multiprofessionalität in Kita-Teams beschäftigt, lohnt es sich auch, zu schauen, was die Kitas von Konzept-e machen. Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger sind Teil der multiprofessionellen Teams (Carola Kammerlander und Elke Ostendorf-Servissoglou). 

Lutherjahr

Neben diesem Schwerpunkt kommt in TPS auch das 500jährige Reformationsjubiläum nicht zu kurz. Dorothea Behrens, Rita Lüdecke und Patricia Moneke stellen ein intergeneratives Kita-Projekt im Lutherjahr vor. An dem ganz besonderen Projekt waren Kita-Kinder und SenirInnen aus einem Wohnstift beteiligt. 

Gesundheitsförderung in Kitas

In KiTa aktuell behandelt Raimund Geene die Frage, wie die Kita ein schöner Ort wird, an dem krankmachende Belastungen - Stress, Lärm, Streit und Überforderung - vermieden werden. er weist auf die Chancen des Präventionsgesetzes hin, dass Krankenkassen Kitas auf dem Weg zu gesundheitsfördernden Einrichtungen unterstützen. 

Einem anderen Gesundheitsthema widmet such KiTa aktuell MO: dem Diabetes mellitus Typ 1 in der Kita. Diese Diagnose bei Kindern ist nicht nur für die Eltern ein Schock. Auch für Kindertageseinrichtungen ist die Thematik eine Herausforderung. Was kommt genau auf uns zu? Worauf müssen wir achten? Können wir das überhaupt leisten? Stefanie Fischer informiert. 

Kita-Qualität

Michael Schrader und Gabriele Dahle sprechen sich in KiTa aktuell Baden-Württemberg für Qualitätsmanagementsysteme aus, denn sie machen Sinn, wenn sie zur eigenen Einrichtung passen. Schließlich kann eine klug angefasste Qualitätsentwicklung nicht selten einen "richtigen Motivationsschub in den Teams auslösen ... weil es ein gutes Gefühl macht, gemeinsam weiterzukommen....  Appell also an alle bisherigen 'Qualitäts-Zögerer' unter den Kita-Trägern: Informieren Sie sich und packen Sie's an! Qualitätsentwicklung kann besser sein als ihr gelegentlicher Ruf." 

WissenschaftlerInnen fordern das Qualitätsgesetz für die Kita. In Betrifft KINDER hat Rahel Dreyer dazu ein Interview gegeben. 

In WAMIKI und auch auf Frühe Bildung online kritisiert das Netzwerk Fortbildung Kinder bis drei die Bedingungen in deutschen Kitas und fordert mehr Personal und Qualität  - jetzt und dringlich. An gleicher Stelle weist E & W darauf hin, dass das Kita-Qualitätsgesetz mehr Verbindlichkeit braucht. Die Politik tut sich schwer, einheitliche Standards zu sichern. 

Die eigene Kita gründen

Eine Kita-Neugründung birgt stets Hürden, jedoch auch Chancen der Selbstverwirklichung.  Wen administrative Aufgaben nicht schrecken, wer gerne plant, organisiert und einen langen Atem mitbringt, für den könnte es eine attraktive Idee sein, eine eigene Kita zu gründen und so zum Ausbau der Betreuungsinfrastruktur im Land beizutragen, schätzt Waltraud Weegmann in KiTa aktuell Baden-Württemberg 10/2017 ein. Ihr Beitrag über die Kitaneugründung skizziert die wichtigsten Schritte sowie etwaige Hürden auf dem Weg dahin. 

Über den Konzeptionserstellungsprozess

Eine Konzeption bietet pädagogischen Fachkräften eine gute Reflexionsgrundlage. Wie man handwerklich gut eine Konzeption erstellt, erläutert Kurt Weber in KiTa aktuell 9+10/2017 Baden-Württemberg.

Vor dem Ruhestand einer Kita-Leitung

Das Ende des Berufslebens sollte sorgsam geplant werden, mahnt Herbert E. Förster in KiTa aktuell Baden-Württemberg und MO: "aus Sicht der Organisation wie auch aus Sicht der betroffenen Leitungskraft. Eine Begleitung des Prozesses durch Supervision kann helfen, mit einer gesunden Portion Abstand Umsicht und Weitsicht zu bewahren." Dies lässt sich aus meiner Sicht nur unterstreichen in dem Sinne, dass es generell für den Übergang zum Ruhestand gilt und eine Begleitung in dieser Übergangsphase sehr fruchtbar für die Neuorientierung sein kann. 

Kunsttherapie

Evelyn Girlich informiert in KiTa aktuell MO über die Kunsttherapie. Wodurch unterscheidet sie sich vom kurzweiligen Malen, wie läuft sie ab und wie wird sie auch Kindern und ihren Bedürfnissen gerecht? Sie ist eine mögliche Form, um Belastungen und Problemen kreativ und in einem geschützten Setting zu begegnen und diese zu verarbeiten.

Tipis, Unterstände und kleine Hütten - selbst konstruiert und gebaut 

Wie man Pflanzen als Baumaterial einsetzt, damit Kinder Tipis, Unterstände und kleine Hütten selbst bauen können, erklärt Herbert Österreicher in Betrifft KINDER

Vielfalt durch Vernetzung - Early Excellence als Leitphilosophie

Familien bestehen längst nicht mehr nur aus Vater, Mutter, Kind. Wie im Early Excellence-Ansatz unterschiedliche Familien durch verschiedene Angebote im Sozialraum gefördert werden, beschreibt Jutta Burdorf-Schulz in Betrifft KINDER 10/2017. Ein weiterer Beitrag von Ulrike Pohlmann und Catherine Kaiser-Hylla beschreibt, wie Kita-Leitungen die Sozialraumorientierung und die Vernetzung ihrer Einrichtung (ein-)schätzen. 
Etwas ganz Besonderes ist der Beitrag von Jutta Gruber, die beschreibt, wie Kinder den Sozialraum eines Bergdorfes beleben. 

Feste der Religionen und Kulturen

Betrifft KINDER hat eine Themenreihe, die sich mit den Festen der Religionen und Kulturen beschäftigt. In dieser Ausgabe geht es Kirsten Dietrich darum, wie die Toten gefeiert werden an Allerheiligen, Samhain und Halloween. 

Anti Anti! Hör auf, einverstanden zu sein!

Anti Anti! ist die Titelzeile der pädagogischen Fachmagazins WAMIKI. Widerstand ist das Heftthema. WAMIKI ist ein Magazin mit einer sehr besonderen, schon preisgekrönten Grafik. Dabei ist es WAMIKI-typisch, dass das Heft in weiten Teilen eine "Gucke", keine "Lese" ist. Eine "Lese" ist aber auf jeden Fall der Beitrag von Frauke und Cäcilie Hildebrandt über Willensfreiheit und gedankliches Mitläufertum. Die beiden Autorinnen haben über Widerstand nachgedacht. 

Christian Fazekas schreibt über den Umgang mit einem inneren Widerstand, der überwunden werden muss, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Und Joseph Rothmaler unternimmt eine kritsche Bestandsaufnahme zum Trend-Thema "Partizipation in Kitas", die ich andernorts noch nirgendwo gefunden habe. Es geht um die widerständige Partizipation von Kita-Kindern

Wie Bildungs- und Erziehungsprozesse gelingen 

Wie Bildungs- und Erziehungsprozesse gelingen, erläutert Wassilios Fthenalis in WAMIKI. Im vierten Teil seiner Serie geht es darum, problemlösendes Verhalten der Kinder zu stärken. Er bezieht sich dabei auf die Ansätze von Glenda MacNaughton und Gillian Williams. 

Musik, Musik, Musik ...

Musik eröffnet Kindern vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. Schon die ersten Berührungen mit Musik sollten kompetent gestaltet sein, denn gerade die ersten Jahre sind besonders wichtig. MUSIK in der KITA hilft, den Kindern schöne und prägende Erfahrungen mit Musik zu ermöglichen. Elke Gulden und Bettina Scheer haben sich Rhythmusspiele zum Pophit Thunder der amerikanischen Rockband Imagine Dragons ausgedacht. 

Passend zu Halloween und überhaupt zur dunklen Jahreszeit zeigen Vera Sattler und Toni Krollczak einen selbst komponierten Gespensterwalzer, zu dem man tanzen und musizieren kann. Dabei kommt die Vorstellung von rasselnden Ketten und heulenden Geistern auf. 

Sie erhalten von Johannes Beck-Neckermann Anregungen, wie man eine Klangerzählungsrunde organisiert und als einen Prozess begreift, der von den Kindern mitgestaltet wird. Inspiriert sind die Klangerzählungen durch den Bildband Löwen zählen von Katie Cotton. 

Der winterlichen Waldlandschaft in der Kunst (Claude Monet hat viele Winterlandschaften gemalt) und dem Winter im Lied widmet sich Karin Scholz. 

Der heilige Martin hat das Teilen gelehrt. Am 11. November wird in Gedenken an ihn der Martinstag gefeiert. Christa Baumann und Stephan Janetzko geben musikalische Anregungen, damit die Jüngsten U3 das Teilen lernen. Und der Weihnachtsklassiker Kling, Glöckchen  wird neu interpretiert. Das Lied wird dabei zum Theaterstück (Andrea Rittersberger). Rechtzeitig zur Vorbereitung Ihrer Weihnachtsaufführung erhalten Sie durch MUSIK in der KITA den kompletten Text für das Stück. 

Zur Vorbereitung auf Weihnachten gehören auch kreative Ideen von Kati Breuer. Die Legenden vom lieben, guten Nikolaus werden von Elke Gulden und Bettina Scheer musikalisch erklärt. Petra Mengeringhausen liefert klassische winterliche Musizierideen. Auch Lichtertänze, Entspannungsreisen und Spielideen mit der Zimbel passen in die dunkle Jahreszeit (Tanja Draxler-Zenz). 

Ein komplettes Wintermärchen zum Mitmachen von Susanne Steffe dürfen wir auf Frühe Bildung online dokumentieren, so dass Sie es downloaden können: es handelt von tanzenden Schneemännern und trommelnden Schneefrauen. Die Audio-CD ist die ideale Ergänzung zu jeder Ausgabe von MUSIK in der KITA. Sie enthält viele der im Heft vorgestellten Lieder als Original und Playback sowie weitere Hörbeispiele. 

Foto: Fotolia StefanieB.

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