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Ariadnes Blog
20.11.2017  Ariadne Morgenrot

MINT-Dämmerung

In der Frühpädagogik bemühen sich eine Unzahl von Projekten und AutorInnen darum, die MINT-Fächer - Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik - den Kindern nahezubringen. Das geht ja schon eine Weile so - und was kommt dabei heraus?
Die Zahl der Studienanfänger für das Lehramt in den Mint-Fächern ist zwischen 2010 und 2015 kontinuierlich gesunken. 2010 haben noch 29 % der Studienanfänger diese Fächer gewählt, 2015 waren es noch 25,2 Prozent. Nun haben wir ja ohnehin schon in vielen Regionen einen Lehrermangel. Für die MINT-Fächer ist wohl zu prognostizieren, dass der Mangel an Lehrkräften noch steigen wird.

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, den diese Entwicklungen beunruhigen, vermutet als Grund für das geringere Interesse der Studienanwärter die besseren Karriereaussichten außerhalb der Schule. Und er schlägt vor, die Bezahlung für GrundschullehrerInnen müsse besser werden.

Zu diesem Vorschlag haben ihn nicht die Tausende von Frauen inspiriert, die als Grundschullehrerinnen arbeiten. Nein, es ist der sinkende Anteil der Männer an den Grundschulen, der die Herren dazu bringt, mehr Geld und ein besseres Ansehen für die Grundschullehrer zu fordern. Der Prozentsatz ist von 16,4 auf 15,5 Prozent gesunken. Dabei hatte der Stifterverband eine Zielmarke von 22 Prozent für 2020 angegeben.

Der Forderung nach Gehaltserhöhung für GrundschullehrerInnen schließe ich mich gerne an. Aber die Begründung macht mich wütend. Sie zeigt wieder einmal, dass die Arbeit von Frauen nicht im gleichen Maße wertgeschätzt wird wie die von Männern. 

Alle Angaben aus dem Artikel von Paul Munzinger "Die Mint-Misere" in der SZ von heute.

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Foto: Fotolia

 

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