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Sprachliche Bildg./Mehrsprachigkeit
03.01.2018  Marina Goldenstein

Kreative Textarbeit mit DaZ-Kindern

 Einen Originaltext kennenzulernen, ihn zu sprechen und umzuwandeln sowie einen eigenen Text analog dazu zu schreiben, bietet vielfältige Möglichkeiten zum Aufbau sprachlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten in verschiedenen Kompetenzbereichen. Die Methode der generativen Textproduktion macht sich die implizite Sprachaneignung zunutze und ist somit bestens geeignet für einen integrativen Unterricht sowie für sprachlich heterogene Klassen.

Was ist »generative Textproduktion«?

Die Methode der generativen Textproduktion verbindet das Entdecken der Sprache in ästhetischen Texten mit der kreativen mündlichen und/oder schriftlichen Umgestaltung dieser hin zu eigenen Texten. Dabei werden mit den Kindern Texte, meist in poetischer Form (Reime und Sprachspiele, Lieder, Bilderbuchtexte, Kinderlyrik, Zungenbrecher), wiederholt gesprochen (oder auch gesungen), um die Artikulation der Laute und Wörter, die Betonung und die Satzmelodie zu trainieren und sich die sprachlichen Strukturen einzuprägen (erste Phase). Zudem werden in dieser Phase Inhalte des Textes thematisiert und gegebenenfalls Verständnishilfen in Form von Bildern, Umschreibungen etc. angeboten. In der zweiten Phase wird der Text verändert oder weiterentwickelt, z. B. durch den Austausch einzelner Substantive, Verben, Adjektive und den daraus resultierenden sprachlichen Anpassungen im Text (z. B. analoge Pronomen, Genus etc. angleichen) oder durch Hinzufügen strukturell ähnlicher Textpassagen. Wesentlich dabei ist, dass die Texte immer wieder gesprochen und/oder gelesen werden. Dadurch können Kinder verschiedene sprachliche Muster entdecken. In der dritten Phase können Kinder, die die deutsche Schriftsprache beherrschen, einen eigenen kreativen Text in Anlehnung an den Originaltext schreiben und ihr Werk im Anschluss präsentieren.

Sie können diesen Artikel weiterlesen, wenn Sie ihn downloaden. Wir haben ihn der neuen Ausgabe des Grundschulmagazins aus dem Oldenbourg Verlag entnommen.

Foto: Shutterstock

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