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Ariadnes Blog
09.01.2018  Ariadne Morgenrot

Die Kinder im Jemen

Im Jemen tobt einer der übelsten Bürgerkriege, angeheizt durch Saudi-Arabien und Iran, die dort einen Stellvertreterkrieg führen. So nennt man einen Krieg, in dem die verfeindeten Parteien nicht direkt gegeneinander kämpfen, sondern auf Kosten einer Bevölkerung außerhalb des eigenen Landes. Erwachsene und Kinder hungern, werden krank, sterben. Und uns geht es gut.
In Saudi-Arabien, wo Aufstände wie der jetzige im Iran undenkbar wären, weil die Bevölkerung weitaus stärker kontrolliert wird als im Iran,,merkt man von dem Krieg nichts. Ebenso wenig im Iran. Die Kinder im Jemen können nicht auseichend versorgt werden mit Lebensmitteln und medizinischer Hilfe. Bildung? Klingt makaber, ist aber unter diesen Umständen ein übler Witz. In Kriegsgebieten wie dem Jemen können die Eltern froh sein, wenn sie selbst und ihre Kinder mit dem Leben davon kommen.

„Jemen ist momentan einer der schlimmsten Orte auf der Welt, um ein Kind zu sein”, sagt Geert Cappelaere, UNICEF-Regionaldirektor im Jemen. "Mehr als 2,8 Millionen Kinder im Jemen sind mangelernährt und dringend auf Hilfe angewiesen. Die Hungerkrise wächst von Woche zu Woche, täglich sterben Kinder an den Folgen des Hungers."

Und unsere Wirtschaft blüht und gedeiht. Die Börsenkurse erreichen schwindelnde Höhen. Wie geht das zusammen mit Kriegen, in denen die gesamte Zivilbevölkerung gefährdet ist? Einen direkten Zusammenhang zwischen Börse und Krieg gibt es wohl nicht. Aber wie können Anleger es aushalten, dass ihre Gewinne steigen und steigen, und in einem anderen Winkel der Erde sterben die Menschen, verhungern die Kinder?

Ganz unbeteiligt sind wir nicht daran. Die westliche Welt - USA, Frankreich, Deutschland - hat in trauter Einigkeit bzw. in Konkurrenz mit Russland und China Saudi-Arabien mit Waffen aus- und aufgerüstet.  Mit Waffen, die auch gegen die Zivilbevölkerung im Jemen eingesetzt werden.

Und niemand wird zur Rechenschaft gezogen.

Eine Welt voller Unrecht und Ungerechtigkeit - wie erklären wir sie unseren Kindern?

Quellen

http://www.whywar.at/boerse_und_krieg

https://www.oxfam.de/ueber-uns/aktuelles/2017-08-15-jemen-weltweit-groesste-cholera-epidemie-kein-ende-sicht?utm_source=google-paid&utm_campaign=OX_Emergency_Jemen&utm_wec=12801&gclid=Cj0KCQiA7dHSBRDEARIsAJhAHwiO4zzq9cSKmcjm_HbNnZXGwb0SzSQtxLWOgG8qCQ3eMFjZsWVpmtwaApIdEALw_wcB

https://www.unicef.de/informieren/projekte/asien-4300/jemen-19406/kinder-im-krieg/75274?un_source%3Dgoogle%26un_medium%3Dcpc%26un_campaign%3DC_TPL_Asien_Generisch%26sem%3D1&gclid=Cj0KCQiA7dHSBRDEARIsAJhAHwh8Xq6quFScYPRN-m-D7DNMEjpZHZ4J2vbRx-yzhE9vRIW0AMAFxzAaAuRkEALw_wcB

http://www.zeit.de/2017/48/waffenexporte-saudi-arabien-krieg-jemen

http://www.zeit.de/politik/2017-02/sipri-studie-waffenexporte-usa-russland

Nachtrag am 16.1.2018: Deutsche Waffenfabriken in Südafrika

Es ist nicht nur so, dass wir an den Rüstungsexporten nach Saudi-Arabien beteiligt sind. Die gestrige Sendung der ARD zeigte noch ganz andere Möglichkeiten für deutsche Konzerne, Geschäfte mit dem Tod zu machen. Denn die Firma Rheinmetall hat ihre Fabriken in Südafrika und exportiert von dort aus Waffen. Es ist ein Milliardengeschäft.  Und wir können unsere Hände in Unschuld waschen: Der deutsche Staat ist in der Tat nicht beteiligt. Mehr dazu: http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Die-Story-im-Ersten-Bomben-f%C3%BCr-die-Welt/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=49174472


Foto: Shutterstock

 

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