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Mint-Fächer
19.01.2018  Silke Ottow

Zwei sehr große Pilze – Riesenbovist und Fliegenpilz

Lina hat vor einiger Zeit zwei ziemlich große Pilze entdeckt. Den einen kennst du bestimmt. Es war ein Fliegenpilz. Der andere war ein Riesenbovist. Kennst du Riesenboviste? Sie können über einen halben Meter groß und bis zu 25 Kilogramm schwer werden. Doch warum heißen Fliegenpilze eigentlich Fliegenpilze? Und weißt du, dass Fliegenpilze sich mit Birken und Fichten ganz besonders gut verstehen? Warum ist das so?

Der Riesenbovist


Unser Riesenbovist.

Den Riesenbovist hat Lina schon im letzten Sommer entdeckt. Es war im August und sie ist mit dem Fahrrad an einem Sportplatz vorbeigefahren. Erst dachten Lina und Mama, der Pilz sei ein Ball, den jemand vergessen hat reinzuräumen. Doch als der Ball am nächsten Tag immer noch da war und auch noch größer geworden war, kam Mama auf die Idee, es könnte ein Pilz sein. Also hat sie den Pilz fotografiert. Durch einen Zaun. Ein kleines Stück Zaun kannst du noch auf dem Foto unten an der Ecke sehen.


Wir haben den Riesenbovist durch einen Zaun fotografiert.

Außerdem siehst du auf dem Bild auch noch einen zweiten Riesenbovist. Der ist allerdings sehr viel kleiner als der andere.


Ein großer und ein kleiner Riesenbovist.

Riesenboviste kann man essen. Dafür werden sie oft in Scheiben geschnitten und wie Schnitzel paniert. Allerdings sollte man vorher die beiden Häute, die den Pilz umschließen, entfernen. Da Riesenboviste so groß werden, kann man sie auch sehr gut von anderen Pilzen unterscheiden.

Der Fliegenpilz

Fliegenpilze gehören zur Gattung der Wulstlinge. Ihr Hut kann bis zu achtzehn Zentimeter breit werden. Ungefähr so breit war unser Fliegenpilz auch. Schau, das ist der große Fliegenpilz, den wir gesehen haben.


Dieses ist unser Fliegenpilz.

Zugegeben, er sieht nicht mehr besonders schön aus, aber groß ist er schon. Schau:


Der Pilz ist fast so groß wie ein Fuß.

Wenn Fliegenpilze noch klein sind, sind sie ganz weiß. Erst wenn sie größer werden, platzt die weiße Haut auf und die rote Kappe kommt zum Vorschein. Die weißen Punkte auf der roten Kappe, stammen von dieser weißen Haut. Sie bleibt als Punkte auf der roten Kappe zurück. Allerdings lassen sich die Punkte abwaschen. Daran liegt es also, dass einem auch ab und zu Fliegenpilze ohne Punkte begegnen. Ein paar Punkte hatte unser Pilz allerdings noch.


Der Fliegenpilz im Vergleich zu einer Hand.


Und noch ein Größenvergleich.

Fliegenpilze solltest du allerdings nicht essen. Aber das weißt du wahrscheinlich. Denn Fliegenpilze sind giftig. Zwar wirkt der Verzehr von Fliegenpilzen nicht tödlich, aber er ruft Halluzinationen und Wahnvorstellungen hervor. Und vor allem für Menschen mit Herz- Kreislauferkrankungen kann sein Gift sehr gefährlich werden. Wegen dieser speziellen Giftwirkung wurden Fliegenpilze in manchen Kulturen auch als Rauschmittel verwendet.
Warum der Fliegenpilz als Glückssymbol gilt, ist nicht bekannt. Manche vermuten aber, dass es an seiner berauschenden Wirkung liegt.
Der Name Fliegenpilz könnte von der Giftwirkung herrühren. Denn früher verwendete man den Fliegenpilz als Fliegenfalle. Dazu legte man in Stücke geschnittenen Fliegenpilz in Milch ein. Das sollte die Fliegen anlocken, die dann, durch das Trinken der Milch, sterben. Irgendwo haben wir aber gelesen, dass die Fliegen durch dieses Gebräu nur betäubt werden. Wurden die Fliegen also nicht vor dem Erwachen aus dem Haus geworfen, gingen sie den Menschen nach kurzer Zeit wieder auf die Nerven.
Fliegenpilze wachsen vor allem unter Birken und Fichten. Das liegt daran, dass sie sich mit diesen Bäumen ganz besonders gut verstehen. Warum das so ist und wie lebenswichtig Pilze für unsere Wälder sind, erfährst du im Beitrag Fliegenpilz liebt Birke.

Die Autorin
Dr. Silke Ottow ist Chemikerin und schreibt Bücher, in denen sie naturwissenschaftliche Phänomene kindgerecht erklärt. Weitere Informationen: www.miteinander-buecher.de

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