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Kita
08.02.2018  Jan-Uwe Rogge im Gespräch mit Sibylle Münnich

„Lachen setzt Gleichwertigkeit voraus!“

Wann haben Sie zuletzt mit Ihren Kita-Kindern gelacht? Und: über was? Humorvolles Betrachten von Alltagssituationen verleiht so mancher Gegebenheit Gelassenheit und verbindet die Beteiligten positiv miteinander. Wie kann Humor im Alltag erlebt werden und welchen Humor verstehen Kinder? Der Pädagoge Jan-Uwe Rogge beantwortet in klein&groß - MEIN KITA-MAGAZIN 02-03/18 Fragen zu diesem Thema. Wir übernehmen das Interview mit freundlicher Genehmigung der klein&groß-Redaktion.
klein&groß: Im Rahmen Ihres Vortrags zitierten Sie neulich Johann Heinrich Pestalozzi: „Lache dreimal am Tag mit deinem Kind.“ Weshalb finden Sie Humor in der Erziehung so wichtig?
Jan-Uwe Rogge: Witze oder humorvolle Geschichten zu erzählen schafft eine wundervolle Beziehung zwischen dem Kind und mir. Denn Lachen setzt eine Gleichwertigkeit voraus, dies bedeutet keiner wird lächerlich gemacht, sondern es wird sich auf gleicher Ebene miteinander über etwas amüsiert. Humor kann auch Situationen retten, die schwierig sind. So werden Schwierigkeiten einfach weggelacht. Und: man kann viele Alltagssituationen humorvoll sehen.

k&g: Was empfinden Kinder als Humor?
Rogge: Kinder sind wundervolle Erzähler von Witzen. Sie können vom Lachen nicht genug bekommen. Humor kann allerdings nicht erzwungen werden, wie etwa die Aufforderung an ein Kind: „Erzähl mir mal einen Witz!“, sondern ist aus meiner Sicht immer an Situationen gebunden. Wenn man mit Kindern z. B. einen Spaziergang macht, fallen ihnen Witze zu Dingen ein, die sie gerade entdecken. Bei Kindern spielt der Sprachwitz eine große Rolle: spielen mit Sprache, sie lachen über Worte oder Reime.

k&g: Was geben Sie pädagogischen Fachkräften zu „Humor mit Kindern im Alltag leben“ mit auf den Weg?
Rogge: Ich gebe ihnen drei Grundsätze mit auf den Weg:
  1. Kinder sind Geschenke, von denen man viel lernen kann.
  2. Drücken Sie Humor in Ihrer Körperhaltung aus. Mimik und Gestik spiegeln den Humor wieder, und unterstützen ihn z. B. durch ein Lächeln.
  3. Nehmen Sie sich Zeit zuzuhören. Wenn Kinder Witze erzählen, hören Sie Ihnen zu. Und seien Sie dann ehrlich, auch indem Sie gegebenenfalls dem Kind rückmelden: „Ich fand das jetzt nicht lustig!“ Und wenn Sie den Witz/die Situation auch lustig fanden: lachen Sie einfach mit!

Jan-Uwe Rogge, Autor, Familien- und Kommunikationsberater. Er lebt in der Nähe von Hamburg.
Kontakt:
www.jan-uwe-rogge.de

Gesprächsführung: Sibylle Münnich, Redaktion klein&groß, Augsburg.

Quelle: klein&groß MEIN KITA-MAGAZIN 02-03/18, Seite 7

Foto: Fotolia

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