Blick in 15 Fachzeitschriften für Kita-ErzieherInnen, Kita-Leitungen und Kita-Träger
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Rezensionen und Reviews
14.05.2018  Christiane Hartmann

Fachzeitschriften: Neues für die Kita 4/2018

Vom April bis Mitte Mai haben wir für Sie zehn Fachzeitschriften ausgewertet. Themen sind Herausforderungen im Kita-Alltag, Leichtigkeit trotzdem im Berufsalltag, (neu) zugewanderte Familien sowie die Empathie im Bilderbuch. Die Kita-Redaktionen zeigen auch, wie Sie mit Ihren Kindern beschwingt und klangvoll durch den Sommer kommen.

Der Überblick umfasst Mitte Mai 2018 folgende Fachzeitschriften:

Herausforderungen im Kita-Alltag

Ursula Günster-Schöning widmet sich in KiTa aktuell Baden-Württemberg 4.2018 und in KiTa aktuell MO 4.2018 in einem begnadeten Aufsatz der Arbeit mit herausfordernden Eltern. Sie arbeitet am konkreten Praxisbeispiel und legt ErzieherInnen Wertschätzung fürs Gegenüber ans Herz. Sie weiß: "Rechtfertigung verlängert, Wertschätzung verkürzt schwierige Gespräche:" (BW S. 77). Wichtig ist auch Treue zu den eigenen Interessen und ... das Schweigen, wenn alles gesagt ist. Schließlich heißt es schon im Sprichwort: "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold!"

In der KiTa aktuell-BW-Ausgabe lehrt auch Christina Becker, wie man Ängste und Zweifel in der Elternarbeit abbaut.  Wie man mit Widerstand umgeht, zeigen Katrin Trappe und Herbert E. Förster. Elternarbeit ist wichtig, denn Ein Kind in der Kita aufnehmen, heißt die ganze Familie aufnehmen. Unter diesem Titel schreibt Sabrina Wöhlert in KiTa aktuell MO darüber, wie Hausbesuche ihren Blick auf Kinder und deren Familien verändern und erweitern. 

Nicht selten fühlen sich pädagogische Fachkräfte durch bestimmte Verhaltensweisen von Kindern herausgefordert oder überfordert. Um dieses Thema kümmert sich klein&groß MEIN KITA-MAGAZIN 05/18 schwerpunktmäßig. Schließlich bindet ein kleiner Teil der Kinder mit besonders herausforderndem Verhalten ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und psychischer Energie, wie Klaus Föhlich-Gildhoff bemerkt. Zum Umgang mit Herausforderungen hat die klein&groß-Redaktion einiges ins Netz gestellt. Sinnvoll ist, die Herausforderung gemeinsam zu meistern und als Teamaufgabe zu betrachten. In diesem Heft werden auch die Herausforderungen durch Übergänge im Tagesablauf in den Blick genommen wie auch das Instrument des Kindercoachings. 

Auch in Hochsensibilität liegt eine Herausforderung für Erzieherinnen. Wie man hochsensible Kinder erkennt, versteht und begleitet, darüber hat sich Verena Platte Gedanken gemacht. 

Ein turbulenter Sommer - Klänge in der Kita

MUSIK in der KITA 2/2018 liefert vielseitige Umsetzungsideen zum Pophit So schön anders von Adel Tawil. Die kleinen Choreografien dazu haben sich Elke Gulden und Bettina Scheer ausgedacht. Ein Lied Affe in Afrika von Rodscha aus Kambodscha und Tom Palme findet sich auf dem YouTube-Kanal des Lugert Verlags (Musik in der Kita 18). Wenn die Kinder zum Affenlied tanzen, unterstützt dies die Kontaktaufnahme und fördert so das Sozialverhalten, ist die Erfahrung von Texter und Musiker.

MUSIK in der KITA 2/2018 gibt gute Tipps zum musikalischen Austausch mit den Familien, z.B. über den Liederkalender. Dafür malen oder basteln die Kinder Bilder, die zu ihrem Lieblingslied aus dem Kita-Jahr passen. "Damit die Lieder den Weg in die Familien finden, können Sie ein Lieder-Portfolio für die Eltern zusammenstellen", regen Isabel Gößwein und Anette Zanker-Belz an. Und Karin Scholz steuert Bastelideen bei für Mobile und Stabile nach Miró und Calder zur Musik. Auch ein Kreistanz zum Volkslied aus Puerto Rico, Klanggeschichten in der Krippe, tierische Fingerspiele und Mitmach-Gedichte werden dargeboten (Wolfgang Hering, Elke Gulden, Bettina Scheer, Susanne Steffe). Von Heidi Leenen stammt ein kreatives Musikprojekt für die ganze Kita. 

Sylvia-Manina Dürkop und Christine Möller erinnern daran, dass am 20. Juli, dem Tag der ersten Mondlandung, auch in diesem Jahr wieder der internationale Tag der Weltraumforschung begangen wird. Sie inspirieren dazu, diesen Weltraumforschertag mit selbst gebastelten Instrumenten musikalisch zu untermalen. 

Ruhige Spiele, die die Achtsamkeit steigern, werden von Elke Gulden und Bettina Scheer präsentiert. Es gibt wieder mehrere neue Lieder; das Lernen wird unterstützt durch eine Audio-CD, die viele der im Heft vorgestellten Lieder als Original und Playback enthält sowie weitere Hörbeispiele. Christa Baumann und Stephen Janetzko schlagen ein Baumprojekt - mit einem Mitmachlied durch die Jahreszeiten - für das Portfolio vor. 

Auch in klein&groß MEIN KITA-MAGAZIN 04/18 sind mehr als 20 Seiten den Klängen und dem Musikerleben gewidmet. Spielideen mit Felltrommeln werden genauso beschrieben wie erste Schritte zur klassischen Musik. Schließlich ist Singen Seelenproviant (Reinhard Horn). Einen kleinen Impuls zum Singen, Reimen, Klatschen gibt Sibylle Münnich. 

Leichtigkeit im Berufsalltag

Das wunderbare Thema der Leichtigkeit im Berufsalltag hat sich kinderleicht!? gesetzt. In Ausgabe 2/18 möchte Sie Claudia Kuckelkorn ermutigen, Ihre Freude nicht zu verlieren und vielleicht ein wenig "leicht-sinniger" durchs (Arbeits-)Leben zu gehen. "Nichts ist verantwortungsloser als Pessimismus" (Sir Karl Popper) gibt sie ihrer Leserschaft mit auf den Weg. Und auch Gabriele Baumann widmet sich in einer gedanklichen Reise dem Thema Leichtigkeit. Sie empfiehlt "wertschätzende Begleitung, die Fehlerfreundlichkeit zulässt, in der Gewissheit, dass wir Menschen lediglich durch unser eigenes Tun zu Geschicklichkeit gelangen" (S. 8).

Die Marte Meo-Methode wird von Rike Belbachir vorgestellt. Ihr Fazit: Marte Meo macht's oft leichter. 
"Soll und darf man Kinder zum Lügen erziehen?" erörtert Winfried Böhm. Die Frage lässt sich nicht leicht beatworten. 

Fernab von jeder Leichtigkeit liegt es, wenn Eltern suchtkrank sind. Corinna Weinert hat über Familiengeheimnisse dieser Art geschrieben. 

kinderleicht!? enthält auch Informationen über rechtliche Grundlagen der Kindertagespflege (Tanja von Langen), einen Beitrag über Freundschaft von Kleinkindern (Wiebke Wüstenberg) sowie Informationen über das Auswahlinstrument Assessment-Center für angehende Kita-Leitungskräfte (Claudia Kuckelkorn und Albert Horbach). 

Frühkindliche Bildung

Frühkindliche Bildung - eine Bildung für Kopf, Herz und Hand - ist das Anliegen von ZeT, der Zeitschrift für Tagesmütter und -väter. "Was bedeutet Bildung in den ersten Lebensjahren? Wie geschieht sie, welche Faktoren begünstigen und welche hemmen sie, wie kann sie unterstützt werden?" fragen  und reflektieren Jörg Maywald und andere Autoren in ZeT. Schließlich sind die aktuellen Antworten auf solche Fragen auch für die Kindertagespflege hochinteressant und wichtig. 

Warum und wie Kindertagespflege ein guter Lernort ist, tragen Eveline Gerszonowicz und Astrid Sult bei. Nicht zuletzt sind gemeinsame Rituale gute Lerngelegenheiten. Kinder sind von Geburt an "geborene Lerner". Fabienne Becker-Stoll gibt den Tagesmüttern und -vätern mit auf den Weg: "Die Bereitschaft zur Exploration, also zur Auseinandersetzung mit der Umwelt, ist jedoch nur dann gegeben, wenn das Bindungsverhaltenssystem beruhigt ist. Das Bindungsverhaltenssystem wird durch jeden Zustand von Unwohlsein aktiviert." (S. 8) 

Ko-Konstruktion spielt in ZeT auch eine Rolle. Wassilios E. Fthenakis fasst zusammen, was Kinder durch die Ko-Konstruktion von Bedeutung erleben. Dass
  • "die Welt auf viele Arten erklärt werden kann,
  • Bedeutungen miteinander geteilt und untereinander ausgehandelt werden,
  • ein Problem oder Phänomen auf viele Weisern gelöst werden kann, 
  • Ideen verwandelt, ausgeweitet und ausgetauscht werden können,
  • ihr Verständnis bereichert und vertieft werden kann,
  • die gemeinsame Erforschung von Bedeutungen zwischen Erwachsenen und Kindern aufregend und bereichernd ist" (S.11)
Erziehung ist schon schwer genug. Jetzt auch noch Werte-Erziehung? ist ein Beitrag von Herbert Renz-Polster. Der Autor macht sich Gedanken über Werte und wie Kinder an sie herangeführt werden können. 
 

Empathie im Bilderbuch - die HUCKEPACK-Preisträger

Im Goethehaus in Weimar ist kürzlich der dritte HUCKEPACK-Preis vergeben worden. Kinder und Bilder stehen im Mittelpunkt dieses vom Verlag das netz in Weimar (gibt auch Betrifft KINDER heraus) geförderten Preises. Hier sollen ausgewählte Bilderbücher benannt werden: Empathie, die Fähigkeit zu Mitgefühl, gehört zu den Eriehungszielen in der frühen Kindheit. Bilderbücher helfen, die Fähigkeit zur Empathie zu pflegen und zu fördern. Der HUCKEPACK-Bilderbuchpreis zeichnet solche Geschichten und Bilder aus. 

Was noch?
Das Bremer Institut für Bilderbuchforschung gibt seit Jahren Praxismaterial für die Arbeit mit Bilderbüchern in der Kita heraus. 

Das Projekt Vorlesen in Familien ist in der Phantastischen Bibliothek Wetzlar angesiedelt. Hier werden u.a. VorleserInnen ausgebildet. Dieses Projekt setzt sich zum Ziel, durch einen ganzheitlichen familienorientierten Zugang diejenigen Kinder aus der "PISA-Risikogruppe" zu fördern, die aufgrund ihrer familiären Situation einer signifikanten Verzögerung ihrer Sprachentwicklung ausgesetzt sind. 


Alle zusammen! Demokratie in der Kita

Das HUCKEPACK-Heft ist ein EXTRA zur Zeitschrift Betrifft KINDER 03-04/18. In der Zeitschrift geht es in der Hauptsache um demokratisches und Politisches in Kitas. Politik für, von und mit Kindern? Wie soziale und politische Partizipation in der pädagogischen Praxis verzahnt werden können, überlegt Axel Müller. Das neue Bündnis Bildung für eine demokratische Gesellschaft wird vorgestellt. 
Die Reckahner Reflexionen geben Orientierung, um seelische Verletzungen in den pädagogischen Beziehungen zu vermeiden. Barbara Leitner interviewte Anne Piezunka, die wissenschaftliche Mitarbeiterin in dem Projekt Reckahner Reflexionen zur Ethik pädagogischer Beziehungen ist. Vgl. auch den Beitrag auf Frühe Bildung online. 

Meine Kita - Das didacta Magazin für die frühe Bildung 02/18 unterstützt die breit aufgestellte Forderung, dass Kinderrechte ins Grundgesetz gehören und druckt hierzu ein Interview mit Jörg Maywald. Wie man als ErzieherIn mit Alltagsrassismus umgeht und ihm Einhalt gebietet, behandelt der Artikel Ich bin doch nicht dein Neger. Was die Finalisten des Deutschen Kita-Preises auszeichnet, finden Sie hier

Im Ratgeberteil präsentiert Meine Kita Apps für die Frühe Bildung (Julia Knopf) sowie Rechtliches zur Musiknutzung (Torsten Bornemann), Was tun bei aggressiven Kindern? und vieles anderes mehr. Mittels einer Fotostrecke lässt Meine Kita die didacta 2018 noch einmal Revue passiere, denn die Fachkräfte können sich dort viele Anregungen für die tägliche Arbeit holen und sich weiterbilden (Benigna Daubenmerkl). Wann und wie lange ein Kind in der Kita schlafen soll, darüber gibt es zwischen Eltern und ErzieherInnen oft Diskussionen. Warum das Kind über den Mittagsschlaf nicht einfach selbst entscheiden lassen, meint Friederike von Bredow.


(Neu) zugewanderte Familien

(Neu) zugewanderte Familien sind der Schwerpunkt in TPS - Theorie und Praxis der Sozialpädagogik - Leben, Lernen und Arbeiten in der Kita 3/2018. Wer sich einarbeiten will, wird in diesem Heft mit Material versorgt, ob es nun die großen Entwicklungen in Deutschland sind (Christiane Meiner-Teubner), ein Glossar zur Asyl- und Flüchtlingspolitik (Birgit Fuhr) oder kostenfreies Material. 

Die Herausforderung ist ja auch in Deutschland nicht neu. Sigrid Tschöpe-Scheffler erinnert sich an ihre Kindheit als Flüchtlingskind im Zweiten Weltkrieg. Als sie als Kind eine neue Heimat gewinnen musste, war eine Ordensschwester hilfreich, die sie in einem Kindergarten unterbrachte. 
 
Andrea Hendrich beschreibt die Sorgen, die Menschen umtreiben, wenn sie ihre Heimat verlassen mussten. 
Martina Teschner, neue Chefredakteurin von TPS, hat Interviews mit einer arabischen und einer kurdischen Familie aus Syrien geführt. Woran können die Eltern anknüpfen? Wie lebten sie als Kinder vor ihrer Einschulung? Kannten sie Kindergärten schon aus ihrer Heimat? Wie erleben syrische Eltern deutsche Kindergärten? Welche Wünsche haben sie?

Franziska Egert und Michaela Hopf stellen wirksame Sprachförderung für mehrsprachige Kinder in Kindertageseinrichtungen vor. Auch sehr sinnvoll ist das Kita Mobil. Um zu zeigen, wie vorschulische Bildung in Deutschland funktioniert, besuchen Erzieher in Bremen Flüchtlingsunterkünfte. 

Ausgebaut werden muss sinnvoller Weise die interreligiöse Bildung in Kindertagesstätten, denn jedes Kind bringt seine Religion mit (Birte Engelberts). Passend zu Pfingsten und zum Ramadan sei hier auf einen kostenlosen Interreligiösen Kalender  hingewiesen. 

Die Verteidigung der Kindheit

Die Geschichte des Reggio-Emilia-Ansatzes wird von Sabine Lingenauber erzählt in klein&groß MEIN KITA-MAGAZIN 4/18. 

​Schon wieder Team!

Schon wieder Team ... Wie man Teamsitzungen neu beleben kann, dazu hat Rita Greine in klein&groß MEIN KITA-MAGAZIN 04/18 viele Ideen veröffentlicht. 

Last not least: Selbstfürsorge

Sorge für andere und Sorge für sich selbst müssen sich in guter Balance halten. Ich befüchte manchmal, dass die Selbstfürsorge für ErzieherInnen etwas zu kurz kommt. Wenn das stimmen sollte, wäre das schade. Hier zum Schluss ein Beitrag, der mit Auf die Stimme achten diese Selbstfürsorge für ErzieherInnen sehr ernst nimmt. 

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