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Zugang zu digitalen Medien in der Kita

„Lasst uns ins Netz“

Ein Plädoyer für digitalen Wandel in Kitas!

Florian Esser

Während ich das Flugticket für meine nächste Reise über mein Handy buche, Alexa nach dem Wetter in London frage oder mit Gestensteuerung mein Smartphone entsperre, scheint es, als verschlafe die Kita währenddessen den Digitalen Wandel. Ganz nach dem Motto, dieses Internet ist bloß wieder eine dieser Modeerscheinungen, von der schon bald keiner mehr spricht! Weit gefehlt! Das Internet und seine guten wie weniger guten Seiten sind aus unserem Alltag schier nicht mehr wegzudenken.

Doch anstatt sich dieser - immer rasanter an Fahrt gewinnenden - "Digitalisierungs-Bewegung" anzuschließen, begnügen sich die meisten Träger von Kindertageseinrichtungen mit einer rudimentären Homepage. Hier herrscht digitaler Anachronismus statt Zeitenwende. Wir brauchen neue innovative Lösungen und durchdachte Konzepte mit Weitsicht. Die Aufgabe von Kindertagesstätten ist es seit jeher, die gesellschaftlichen Strömungen sowie  die sozio-kulturellen Veränderungen aufzugreifen und auf frühkindliche Bildungsinhalte herunter zu brechen.

Die Kinder-Medien-Studie 2018 kommt zu dem Ergebnis, dass bereits bei den 4-5-jährigen knapp 20% der Kinder ein Tablet oder Smartphone im Haushalt der Eltern mitbenutzen (https://kinder-medien-studie.de/wp-content/uploads/2018/08/KMS2018_Berichtsband_v2.pdf). Wie reagiert ein Großteil der Kindertagesstätten hierzulande darauf? Gar nicht! Hier wird nicht nur falsche Zurückhaltung geübt, sondern mit der Zukunftsfähigkeit unserer Kinder gespielt.

Kitas erscheinen nahezu wie analoge Entzugseinrichtungen für Kinder. Wir brauchen in Kitas Tablets, die in den einzelnen Gruppen genutzt werden, technisch geschultes Personal sowie eine digitale Infrastruktur. Mit erhobenem Zeigefinger winkt der altbekannte Spielverderber "Herr Datenschutz" herüber und will uns das Fürchten lehren. Bieten wir ihm doch mal die Stirn, anstatt uns willenlos seine Regeln und Verbote oktroyieren zu lassen.

Datenschutz darf alles sein, von ätzend bis lästig, von Panikmache bis halb so wild, nur eines nicht: die Standardausrede, um nicht ins Handeln zukommen. Das ist zu billig und wird unserem Anspruch auf ganzheitliche Bildung und Förderung unserer Kinder nicht gerecht!

Es wird Zeit, dass Informatikprofis und Pädagogen ihre Köpfe zusammen stecken und neue digitale Lernwege schaffen. Klar gibt es hier und dort schon digitale Bestrebungen, aber was wir brauchen, ist ein flächendeckender Strukturwandel im Bereich der Digitalisierung von Kindertagesstätten.

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Kitas erscheinen nahezu wie analoge Entzugseinrichtungen für Kinder.

Florian Esser
Von Florian Esser • 06.04.2019

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