Gefühle

Ängsten spielerisch begegnen

Stimmungen und Ängste auszudrücken fällt nicht immer leicht. Durch Spiele und das Schaffen gezielter Gesprächsanlässe könnt ihr zusammen mit den Kindern Gefühlen auf den Grund gehen. Hier findet ihr zwei Angebote, die sich leicht in der Kita umsetzen lassen.

Hajo Bücken

Großwetterlage

Ihr braucht:

  • Filzstoff
  • selbstgemachte Anstecker
  • Klettverschluss

Die Erzieherin hat, im Raum verteilt, vier Filzbilder aufgehängt (Sonnenschein, Regen, Gewitter, grauer Nebel). Alle Kinder schauen sich die Bilder genau an und versuchen, sich zu einigen, welche Stimmung wohl zu welchem Bild passt und wann oder warum jemand zum Beispiel traurig sein kann. Anschließend bekommt jedes Kind einen anderen Anstecker (das können aus Katalogen ausgeschnittene Blumen und Bäume sein oder selbstgemalte Buttons), an denen der Rückseite das grobe Teil eines Klettverschlußes geklebt ist, weil das gut auf Filz haftet. Diese Anstecker sind die persönlichen Zeichen der einzelnen Kinder, die nun jeden Morgen, wenn sie in den Raum kommen, als erstes ihren Anstecker auf das für sie zutreffende Wetterbild heften.

Nun gibt es verschiedene Variationsmöglichkeiten die „Großwetterlage" aufzuarbeiten. Am Anfang ist es sinnvoll, die Kinder in Großgruppen erzählen zu lassen, warum sie heute so gelaunt sind. Dabei kommen nicht alle Kinder zum Zug, was überhaupt nicht schlimm ist, da viele Kinder sich mit dem Reflektieren ihrer eigenen Gefühle noch schwer tun. Diese Kinder können so zunächst einmal den anderen zuhören und sehen, wie diese ihre Wut etc. erklären. Wenn die Kinder dies ein paar mal in der Großgruppe erlebt haben, kann die Erzieherin die Kinder der verschiedenen Wetterlagen in der Kleingruppe sich gegenseitig erzählen lassen. Ziel ist es, dass die Kinder lernen, ihre Gefühle ohne das Eingreifen der Erzieherin zu besprechen. Dabei kommt es darauf an, dass bei Bedarf auch Lösungsmöglichkeiten für Probleme gemeinsam gesucht werden.

Drachen in den Käfig

Ihr braucht:

  • DIN A 5 Papier
  • Klebstoff
  • bunte Stifte

Jedes Kind malt auf ein DIN A 5 Papier etwas, wovor es Angst hat. Anschließend reißt es das Gespenst, den Drachen, den schreienden Nachbarn... aus und gibt ihn einem anderen Kind. Dieses Kind klebt das Ungeheuer auf ein Papier und malt eine Umgebung darum, in der das angstmachende Objekt nichts Schlimmes mehr anstellen kann. Anschließend werden alle Bilder aufgehängt. Gemeinsam werden sie dann betrachtet und die Lösungen, die die Kinder gefunden haben, besprochen.

 

Diese und weitere Praxisideen gibt es in:
Hajo Bücken
Auch kleine Leute haben's schwer
Ängste und Fremdheit überwinden
BurckhardtHaus-Laetare, 2014

Von Hajo Bücken • 15.05.2019

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