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Pressemitteilung

Kreativ in der Krise

Das Paritätische Bildungswerk Bremen reagiert mit flexiblen alternativen Lernformen auf die veränderten Anforderungen in der Corona-Pandemie

Bremen, 14.04.2020 – Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit herrscht aktuell der Ausnahmezustand: die Corona-Krise verändert grundlegende soziale und gesellschaftliche Strukturen und trifft vor allem die Gesundheits- und Wirtschaftssysteme aller Länder mit voller Wucht. Als eine der führenden privaten Einrichtungen der Erwachsenenbildung im Land Bremen ist auch das Paritätische Bildungswerk (PBW) massiv von den Geschehnissen und Auswirkungen betroffen. Seit Mitte März dürfen keine Kurse, Lehrgänge und Seminare mehr in Form einer Zusammenkunft stattfinden, die beiden Standorte in der Bremer Innenstadt sind zurzeit für den Publikumsverkehr komplett geschlossen. Das erforderte sofortiges Umdenken und schnelles Handeln: innerhalb kürzester Zeit stellte das PBW den Großteil seines Angebots auf alternative Lernformen um.
So läuft der Unterricht in den drei Ausbildungslehrgängen zum/zur Erzieher*in, Sozialpädagogischen Assistenz und Heilerziehungspfleger*in aktuell über die Online-Lernplattform itslearing. „Auch unsere neuen Ausbildungsklassen werden im Sommer wie geplant starten – wenn es noch nicht mit Präsenzunterricht sein darf, dann mit alternativen Lernformen“, betont Frauke Felix, PBW-Geschäftsführerin und Leiterin der Privaten Fachschule für Sozialpädagogik und Heilerziehungspflege.
Die vielfältigen Angebote aus den Bereichen sozial- und sonderpädagogische Qualifizierungen, Fort- und Weiterbildungen sowie die Sprachkurse und Fachseminare für ausländische Fachkräfte im Anerkennungsverfahren mussten ebenfalls nicht unterbrochen oder abgesagt, sondern nur umgestaltet werden. Digitale Lernplattformen, Cloud-Lösungen, Webinare und auch Telefonate zwischen Lehrkräften und Teilnehmenden ersetzen den Präsenzunterricht an der privaten Fachschule. Dadurch ist es beispielsweise auch möglich, die erst im Februar gestartete, neue Qualifizierungsmaßnahme für berufsnahe Quereinsteiger*innen im Elementarbereich weiterzuführen. In Zusammenarbeit mit den Kita-Trägern qualifiziert das PBW hierbei Menschen aus sozialen und pädagogischen Berufsgruppen für den Einsatz in Kindertageseinrichtungen. „Das Coronavirus legt zurzeit alles lahm, aber der massive Fachkräftemangel bleibt – und wird sich in der aktuellen Situation natürlich noch verschärfen“, beschreibt Fachbereichsleiterin Katja Ohlenbusch das aktuelle Dilemma. Umso wichtiger sei es, gemeinsam mit der Senatorin für Kinder und Bildung alles daran zu setzen, den Unterricht in der neuen Quereinstiegsmaßnahme nicht zu unterbrechen. Das stellt die Projektleitungen, Lehrkräfte und Teilnehmenden zwar vor große Herausforderungen – laut Ohlenbusch funktioniert es aber gut: „Natürlich tauchen Fragen bezüglich der inhaltlichen und vor allem auch technischen Ausgestaltung dieser veränderten Unterrichtsform auf. Es ist aber beeindruckend, wie engagiert, motiviert und flexibel unsere Mitarbeiter*innen und Teilnehmer*innen unter den plötzlich veränderten Bedingungen arbeiten und lernen“. Und so soll auch der zweite Durchgang der Quereinstiegsmaßnahme Ende April wie geplant starten – ein kleines bisschen Normalität in der aktuell so turbulenten Zeit.

Das gleiche gilt für den Geschäftsbereich „Qualifizierung in der Einwanderungsgesellschaft“. Über Jahre etablierte Formate wie die „Berufliche Vorqualifizierung für Bremer*innen aus aller Welt“, die „Pflege- und Betreuungsqualifizierung für Migrant*innen“ sowie der Anerkennungslehrgang für ausländische Pflegefachkräfte zur Vorbereitung auf die staatliche Kenntnisprüfung müssen dank alternativer Lernformen nicht ausgesetzt werden. Im Bereich der Integrations- und Berufssprachkurse arbeitet das PBW ebenfalls intensiv an der Einführung neuartiger Unterrichtsformen, auch wenn es hier deutlich schwieriger ist, gänzlich auf Präsenzunterricht zu verzichten. „Insbesondere bei Deutschkursen auf einem eher niedrigen Sprachniveau ist der direkte, persönliche Kontakt zwischen Lehrkraft und Teilnehmenden von großer Bedeutung für den Lehr- und Lerneffekt“, so PBW-Geschäftsführerin Rosi Leinfelder. Dennoch ist sie zuversichtlich: „In den letzten Wochen haben wir alle viel aushalten müssen, aber auch viel gelernt. Die aktuelle Situation bestärkt uns darin, wie wichtig es ist, dass wir im PBW uns und unsere Angebote stetig weiterentwickeln.“
Obwohl das PBW aktuell für den Publikumsverkehr geschlossen ist, haben selbstverständlich auch Interessierte die Möglichkeit, sich jederzeit telefonisch (0421/ 17 47 2-0) oder per E-Mail (info@pbwbremen.de) über Termine, Inhalte, Zugangsvoraussetzungen und Anmeldemodalitäten der unterschiedlichen Kursangebote zu informieren. Alternativ finden sie hierfür auch die direkten Ansprechpartner*innen der einzelnen Fachbereiche unter https://pbwbremen.de/index.php/kontakt.
Über Änderungen im Rahmen der Corona-Krise, die Auswirkungen auf das Angebot und die Gestaltung des Unterrichts haben, informiert das Paritätische Bildungswerk Bremen außerdem über seine Website unter https://pbwbremen.de/index.php/aktuelles sowie über seine Facebook-Seite https://www.facebook.com/pbwbremen/.

Über das Paritätische Bildungswerk Bremen
Das Paritätische Bildungswerk Landesverband Bremen e.V. – Institut für soziale und interkulturelle Weiterbildung – wurde 1978 als gemeinnütziger Verein und lebendiger Ort der Erwachsenenbildung gegründet. Es bietet Menschen aus aller Welt ein breites Kursangebot zur sprachlichen und beruflichen Qualifizierung und Integration. Dazu gehören Deutschkurse in allen Niveaustufen bis C1, Alphabetisierungskurse, ein zertifiziertes Prüfungszentrum für Deutschprüfungen von A1 bis C1, Lehrgänge zur beruflichen Orientierung und Vorqualifizierung sowie Angebote zur Vorbereitung auf Ausbildung und Umschulung.
Das PBW Bremen betreibt außerdem eine staatlich anerkannte private Fachschule für Sozialpädagogik und Heilerziehungspflege sowie eine private Berufsfachschule für Sozialpädagogische Assistenz und Kinderpflege.
Das Angebot umfasst berufsbegleitende Ausbildungen und Umschulungen zur*m Erzieher*in, Heilerziehungspfleger*in und Sozialpädagogischen Assistent*in, sonderpädagogische Qualifizierungen, Qualifizierungen für Kindertagespflegepersonen, Weiterbildungen für pädagogisches Fachpersonal sowie Deutsch für pädagogische Fachkräfte aus dem Ausland.
Das PBW ist anerkannt nach dem Bremischen Weiterbildungsgesetz und zertifiziert nach der AZAV.

Von Frühe Bildung Online • 14.04.2020

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