Rezension

Blick in die Fachzeitschriften für die Grundschule

Um Rechtschreibung und ums Präsentieren im Mathematikunterricht geht es in den aktuellen Fachmagazinen für die Grundschule. Thea Wittmann hat einen Überblick zusammengestellt. Drei der vorgestellten Artikel stehen gratis zum Download zur Verfügung.

Thea Wittmann

Fördermagazin Grundschule, Rechtschreiben – Vielfältige Trainingsimpulse, Ausgabe 2/2019, Mai/Juni/Juli, Oldenbourg, Pädagogische Zeitschriften

Wie Schüler richtig schreiben lernen

Die Fähigkeit der Grundschülerinnen und Grundschüler, Wörter richtig zu schreiben, hat in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen, so das Ergebnis aktueller Bildungsstudien. Mit welchen Methoden Rechtschreibung gut vermittelt und gelernt werden kann, wird heiß diskutiert. Auch das Fördermagazin Grundschule beschäftigt sich in der Ausgabe 2/2019 mit dem Thema Rechtschreiben und gibt Impulse zum Training.

Liegen die Ursachen in der Methode „Lesen durch Schreiben“, gibt es überhaupt den einen richtigen Weg? Kann trotz Korrektur der Schreibweise die Freude am Schreibenlernen erhalten bleiben? Diesen Fragen geht Melanie Probst in Basisartikel „Rechtschreibung in der Diskussion“ (S. 5-6) nach.

Grundwortschatz

„Häufige Wörter richtig schreiben“ (S. 7-13) liefert einen Ansatz, wie ein wichtiger Schritt dazu aussehen kann: Die Autorinnen Carina Lammer und Melanie Probst stellen eine Trainingseinheit zu den 100 häufigsten Wörtern der deutschen Sprache vor. Diese Wörter sind recht kurz, z.B. „ist“, „das“, „mit“, sie machen aber etwa die Hälfte der Wörter eines Textes aus. Wird deren korrekte Schreibweise eingeübt, so wäre rechtschreibtechnisch schon viel getan: Die Schreibanfänger gewinnen dadurch Sicherheit. Wie Kinder sich diesen Grundwortschatz spielerisch einprägen können, dazu liefert dieser Praxisartikel Beispiele für die Umsetzung im Unterricht und Kopiervorlagen .(siehe Download)

Richtig schreiben setzt eine korrekte Aussprache voraus – dazu stellt Günter J. Renk im Artikel FRESCH (S. 14-18) das Modell der Freiburger Rechtschreibschule vor.

„Groß oder klein?“, die Frage bereitet Grundschülern bis zur 4. Klasse Schwierigkeiten. Wie sich die Großschreibung handlungsorientiert einüben lässt, dazu liefern Matthias Meyenburg und Melanie Probst (S. 19-24) Impulse für einen Basis- und ein Profitraining, beides lässt sich mit Hilfe von Wendeplättchen in den Unterricht integrieren.

Miteinander gut umzugehen, Stress bewältigen zu können und sich selbst als wirksam wahrzunehmen, das lässt Kinder zu kompetenten jungen Menschen heranwachsen. Manche stecken Misserfolge besser weg als andere, schwierige Umstände scheinen ihnen weniger Probleme zu bereiten. Verantwortlich dafür ist die seelischen Widerstandskraft, die sogenannten Resilienz. Und die können Lehrerinnen und Lehrer fördern. Wie, das erläutert der Artikel „Das Geheimnis des Stehaufmännchens“ (S. 25 – 29) von Nicole Rösch und Katharina Wild.

Alles im Blick

Sarah Block und Melanie Probst geben im Artikel „Mein Rechtschreib-Lapbook“ (S. 30-38) eine Anleitung, wie Schreibanfänger ein persönliches Buch zum Nachschlagen und Trainieren von Rechtschreibstrategien und Lernwörtern basteln: klar gegliedert, übersichtlich und immer griffbereit. (siehe Download )

Lese- und Rechtschreibleistung werden oft als Kombination betrachtet. Aber Schwierigkeiten im Rechtschreiben treten manchmal auch ohne Leseprobleme auf – und umgekehrt. Der Salzburger Lese- und Rechtschreibtest II (SLRT II) ist ein standardisiertes Verfahren, das eine getrennte Beurteilung erlaubt. Edwin Ullmann stellt ihn auf S. 39-40 vor.

Grundschulmagazin, Impulse für kreativen Unterricht, Darstellen und Präsentieren im Mathematikunterricht, 4/19, Juli/August 2019, Oldenbourg Verlag, Pädagogische Zeitschriften

Mathe anschaulich erklären

Früh übt sich: Eigene Ideen anderen darstellen zu können, das ist eine Fähigkeit, die spätestens in der weiterführenden Schule vorausgesetzt wird. Dafür können Lehrerinnen und Lehrer bereits in Klasse 1 bis 4 den Grundstein legen. „Darstellen und Präsentieren im Mathematikunterricht“ ist der Schwerpunkt des Grundschulmagazins, „es sollte in einem modernen Mathematikunterricht in der Grundschule nicht zu kurz kommen“, fordert Herausgeberin Ruth Dolenc-Petz.

Wie bringe ich das, was ich mir überlegt habe, zu Papier? Skizzen und andere Forschermittel sind Werkzeuge für eine Präsentation. Einen Überblick gibt Daniela Götze im Beitrag „Darstellungskompetenzen fördern“ (S. 5-10). Im Praxisteil zeigen einzelne Beiträge, wie das Präsentieren je nach Klassenstufe Teil des Mathematikunterrichts wird: mit Erstklässlern über Mathematik sprechen und ein erstes Zahlen- und Mengenverständnis aufbauen (S. 11-15) und dann geeignete Darstellungsforman erarbeiten (Notieren zum Kombinieren, S. 16-21; Verrückte Tiere, S. 22-26).

Warum alles im Kopf rechnen, wenn es mit einem Bild einfacher geht? Zeichnungen dienen Schülern als Gedächtnisstütze und machen den Rechenweg der Kinder auch für die Lehrenden nachvollziehbar. Wie sich das üben lässt, stellt Nina Sturm im Artikel „Darstellungen als doppelte Stütze“ vor (S. 27-31).

Zahlen, Daten und Fakten greifbar machen, das gelingt in projektorientiertem Unterricht in kleinen Gruppen. Warum nicht die eigene Schule genau vermessen und in Zahlen darstellen? Sabrina Satzinger und Eva Marie Steinacker zeigen, wie das geht (S. 32-36). (siehe Download)

Jetzt geht’s rund: In „Material kompakt" liefert Paula Pirschtat Technik zum Anfassen und Spielen für den Sachunterricht, nämlich die Bauanleitung für einen Fidget-Spinner – bestimmt kennen Sie die Drehspielzeuge, ohne die vor zwei Jahren kein Grundschüler das Haus verließ. (siehe Download)

In der Rubrik Kurzserie informieren Markus Lang und Frank Laemers über „Blinde und sehbehinderte Kinder in der Grundschule " (S. 48-50). „Der Buchstaben-Code“ (S. 51-54) von Kathrin Haselmeier zeigt, wie Schulanfänger den ersten Einstig in die Informatik finden können. „Deutsch als Zweitsprache“ liefert Kopiervorlagen zum Lesespiel „Schmetterling Frido sucht seine Freundin“ von Marina Goldstein (S.55-58). In „Digitale Medien“ stellt Manuela Seidel den Minicontroller „Calliope mini“ vor, mit dessen Hilfe Grundschulkinder kreativ die Welt der Computer kennen lernen sollen (S.59-63).

Thea Wittmann

Thea Wittmann ist  Buchhändlerin und Redakteurin. Nach einer Ausbildung im Buchhandel hat sie Germanistik, Psychologie und Pädagogik mit dem Abschluss Magister Artium studiert. Erfahrung in der Zeitschriftenredaktion wie im Lektorat konnte siw während ihres Volontariats bei Bastei Lübbe sammeln. Anschließend hat sie als Leiterin des Verlagsbereichs Buch in einem medizinischen Verlag mehrere Buchprojekte realisiert. Seit 2005 ist sie  freiberuflich als Redakteurin für unterschiedliche Medien tätig, Print wie Online. Ihre Themenschwerpunkte sind: Leben mit Kindern; Ernährung, Gesundheit, Medizin. 2013 eröffnete der Knirps & Riese Kinderbuchladen in Köln. Sie ist eine der beiden geschäftsführenden Gesellschafterinnen. 

Thea Wittmann gibt einen schnellen Überblick über die aktuellen Themen und Beiträge der Fachzeitschriften Fördermagazin  Grundschule, Grundschulmagazin des Oldenbourg Verlages und Grundschule aktuell des Grundschulverbandes, der Ihnen Lust zum Weiterlesen machen soll. Aus jeder dieser Fachzeitschriften stellen wir Ihnen einen Artikel zur Verfügung, den Sie direkt über den Link beim Titel aufrufen und als pdf herunterladen können.

Von Thea Wittmann • 31.07.2019

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