Mädchen in einer Bücherei schaut auf einen Stapel Bücher
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Rezension

Fachzeitschriften:Neues für die Kita

Elf aktuelle Kita-Fachzeitschriften haben wir für Sie durchforstet. Hier finden Sie die Schwerpunkte der einzelnen Hefte und ausgewählte Beiträge zum Nachlesen mit Tipps und Beispielen für Ihre Praxis. Die Themen im Herbst sind: Team und Teamarbeit, wozu Netzwerken gut ist, Arbeiten mit schwierigen Kindern, Inklusion, Nachhaltigkeit, Beziehungen, Kindeswohl im Berufsalltag, Gender, Rechtliches und Datenschutz. Die Redaktionen der Musikzeitschriften zeigen, wie Sie Ihre Gruppenkinder singend und klingend vom bunten Herbst in die stimmungsvolle Laternen- und Adventszeit begleiten. Last but not least: Buchtipps, die zum Mitmachen einladen.

Thea Wittmann

Der Überblick umfasst die Monate September und Oktober:

Kindeswohl – ein verbrieftes Kinderrecht

Dem Kindeswohl widmet die Redaktion von frühe Kindheit - die ersten sechs Jahre (die Zeitschrift der Deutschen Liga für das Kind) in Ausgabe 04/19 Ihren Schwerpunkt. Auf 60 Seiten stellen die AutorInnen das Kindeswohl ins Zentrum: als gemeinsamen Auftrag und als besondere Herausforderung für die Kinder- und Jugendhilfe. Aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet das Heft, was ein „gutes Leben“ für Kinder ausmacht und wie die Kita den Forderungen des Kindeswohls gerecht wird: Kinder positiv zu fördern und sie gleichzeitig vor Gefahren zu schützen. Die Beiträge sind Denkanstöße, Beispiele aus der Praxis, Tipps für den Kita-Alltag. Auch der Kindeswille ist berücksichtigt. Denn in der täglichen Arbeit wird noch häufig über den Kopf von Kindern hinweg entschieden. Was es bedeutet, dass Kinder gut Leben, erläutert Sabine Walper im Konzept des Well-Being.

Inklusion und ihre Umsetzung

Teilhabe ist ein aktuelles Schlagwort der pädagogischen Arbeit. Für behinderte Kinder bedeutet es „Inklusion“. Die Umstellung brachte große Veränderungen für die einzelnen Kinder mit sich. Viele heilpädagogische Einrichtungen mussten schließen. Welche Erfahrungen haben Eltern mit der neuen Situation in einer Regel-Kita gemacht? Das schildert Dorothee Martens-Hunfeld in „Gut gemeint. Aber nicht gut“, frühe Kindheit - die ersten sechs Jahre. Ausgabe 4/2019.

Schwierige Kinder

Verhaltensoriginell sind Kinder, die von der Norm abweichen, beißen, schlagen, sich negativ verhalten. Das kann die Arbeit der Erziehenden, aber auch die Kitagruppe stark belasten. KiTa aktuell 9/2019 zeigt Wege, wie Kitas ihre Tür für verhaltensauffällige Kinder offen halten. Konkrete Maßnahmen, um negatives Verhalten zu reduzieren, erläutert Dr. Marija Gschwind in KiTa aktuell 9/2019.

Immer mehr und immer jüngeren Kindern werden Aufmerksamkeitsstörungen attestiert. ADS/ADHS ist zu einer Mode-Diagnose geworden, oft wird bereits Kindern unter 7 Jahren Methylphenidat (Ritalin) verordnet, um Impulsivität und mangelnde Konzentration besser zu handhaben. Wie die Kita diesen hyperaktiven Kindern begegnen und helfen kann, lesen Sie im Beitrag von Prof. Ferdinand Klein „Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen fordern heraus “ (S. 172-174) in Kita aktuell 9/2019, B-W und MO.

„Schwierige Kinder? Gibt es nicht!“, das meint Barbara Leitner. In Meine Kita“, Ausgabe 4/2019 lädt sie zu einem anderen Blick auf herausfordernde Situationen ein. Vielleicht sind nicht die Kinder schwierig, sondern die Umstände, in denen sie leben?

Datenschutz in der Kita

Nicht erst seit der neuen DSGVO gilt: Wer in der Kita Daten erfassen und weitergeben will, muss sich an viele rechtliche Vorschriften halten. Dr. Lisa Jares und Uwe Huchler stellen In Heft 4/2019 der Kita aktuell Recht wichtige Fakten zusammen: Datenerfassung & Datenweitergabe in der Kita – Was muss beachtet werden?

Nachhaltige Kita

Mit Fridays for Future haben Jugendliche eine weltweite Bewegung in Gang gesetzt, die auf den Klimawandel aufmerksam macht. Sie soll alle Generationen dazu bewegen, umzudenken und so zu handeln, dass die Erde auch zukünftig ein lebenswerter Ort ist.

 „Save our Planet!“ fordert auch Meine Kita – Das didacta Magazin für die frühe Bildung in Heft 4/2019. Wie Sie das Titelthema in der Praxis umsetzen, können Sie online lesen. Digital steht Ihnen das komplette 48-Seiten starke Heft hierzur Verfügung.

Nachhaltigkeit gilt nicht nur in Sachen Umwelt sondern gerade in pädagogischer Hinsicht: Bildung für Nachhaltige Entwicklung – kurz BNE – will die Kita zu einem Lernort gestalten, der Kindern verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Menschen vorlebt. Lesen Sie dazu das Interview von Tina Sprung mit Ute Stoltenberg (S. 5-6) in „Meine Kita“, Ausgabe 4/2019. Wenn wir heute schon an morgen denken wollen, können Apps uns dabei unterstützen. Die AutorInnen Julia Knopf, Anja Diebels und Jannick Eckle stellen einige nützliche digitale Medien vor. (S. 7-9)

Nachhaltig – was verbirgt sich eigentlich hinter diesem Trendwort? Und wie bringt man die Idee der Nachhaltigkeit kleinen Kindern bei? Um dieses großes Thema und seine Umsetzung für kleine Leute dreht sich Heft 10/2019 Kita aktuell MO. Ist Nachhaltigkeit nicht eine Nummer zu groß für die frühkindlichen Bildung? Nein, meint Johannes Kestler von der Umweltstiftung S.O.F. Save our Future. Angesichts von Artensterben und Klimawandel geht es gerade darum, die jüngsten für das Thema zu sensibilisieren. Denn sie sollen als Erwachsene in der Lage sein, die Welt für alle zukunftsfähig zu gestalten. Die ErzieherInnen sind dabei Vorbilder. Wie wichtig Nachhaltigkeit in der Kita ist, erfahren Sie u.a. in seinem Beitrag „Zukunftsfähiges Denken und Handeln in der Kita entdecken“ in Heft 10/2019 Kita aktuell (B-W und MO ). Inka Seidel-Grothe und Alex Lüssow verdeutlichen das in „Zeit für eine neue Haltung“ (S. 203-205) an ihrem Praxisbeispiel „Mutiges Huhn“. Das macht deutlich, wie Probleme der Massentierhaltung und Lebensmittelverschwendung zusammenhängen und wie wir unser Ernährungsverhalten verändern müssen, damit es rücksichtsvoll, gesund und nachhaltig wird. 

Zusammenarbeit im Kita-Team

Unterschiedliche Temperamente, Erfahrungen und Arbeitsstile machen das Teamwork oft kompliziert. Die Vielfalt im Bezug auf Alter, Herkunft und Qualifikation der PädagogInnen ist aber auch ein Qualitätsmerkmal für eine Kita – und so wählt Ausgabe 5/2019 der Welt des Kindes den Schwerpunkt „Vielfalt im Team. Beispiele aus der Praxis zeigen, wie Kinder und Eltern davon profitieren. Warum einem Kita-Team grade durch Heterogenität gewinnt, erklärt Autorin Anke König im Beitrag „Zusammenwirken im Team“: Unterschiedliche Ansichten und vielfältiges Denken können den „group think“ durchbrechen. Festgefahrene Abläufe und Sackgassen lassen sich so entlarven und verändern.

Was ein gutes Team ausmacht? Künftige Kita-Fachkräfte geben Antworten. Praktikantin Belinda Neige berichtet, wie sie dank des großen Engagements der Kinder ein Kinderparlament in der Kita etablieren konnte. Das SPEZIAL zu Welt des Kindes enthält praktische Tipps rund ums Gestalten mit Ton.

Wie können wir Netzwerke aufbauen und aufrechterhalten? Schaffen sie wirklich trotz des zusätzlichen Arbeitsaufwandes emotionale und zeitliche Entlastung im Kita-Alltag? Wie ist die Resonanz der Träger, Fachkräfte und Eltern? Gelungene Praxisbeispiele stehen im Zentrum der TPS 8/2019 mit dem Titel „Kraftwerk Netzwerk“. Wenn sich eine Kita für Hilfe und neuen Input von außen öffnet, stößt das im Team nicht immer auf Begeisterung. Wie sich Team vernetzen, sich in Fallwerkstätten austauschen und warum das die Arbeit erleichtert, berichtet Sabrina Stoch im Artikel Wer hat noch eine Idee?" Noch mehr Inspiration gefällig? Dann lassen sie sich vom Elan einer jungen Erzieherin anstecken, die Mitglied im Netzwerk „Quikk“ ist. Sie berichtet, wie bereichernd sich der praxisbezogene Austausch auf die Arbeit im U-3-Bereich auswirkt.

Glückliche Beziehungen

Jeder Mensch sehnt sich nach Verbundensein, auch kleine Menschen tun das. Im Arbeitsalltag mit Kindern sind es besondere Momente, wenn beide Seiten spüren, dass die eine wertvolle Erfahrung teilen. Das Phänomen nennt sich Resonanz. Darum geht es in TPS 6/2019. Rosy Henneberg gibt uns mit „Gänsehaut-Momente“ einen sehr persönlichen Einblick. Therapeut Klaus Kokemoor arbeitet schon lange Jahre mit autistischen Kindern. Er weiß, wie wichtig kleinen Bewegungen und eine besondere Art der Kommunikation sind und stellt in „Wir sprechen mit dem Körper“ ein Beispiel vor.

Erziehung international

In vielen deutschen Schulen im Ausland mit angeschlossenen Kindergärten arbeiten ErzieherInnen. Das ist für Fachkräfte eine gute Gelegenheit, international Erfahrungen zu sammeln und sich auf der Welt umzuschauen. Zum Beispiel in New York: Dort arbeitet Erzieherin Lisa Müller. Sie berichtet in Meine Kita“, Ausgabe 4/2019 über Ihre Arbeit in den USA.

Raul Paramo stammt aus Spanien, er war früher ein gut bezahlter Manager. Jetzt arbeitet er in einer Krippe in Freiburg. Warum er seinen Job aufgab, in Barcelona Frühpädagogik studierte und nach Deutschland zog, erzählt er im Interview. Ein spanischer, männlicher Erzieher – manche betrachten ihn als Exoten. Aber Paramo sieht die Gemeinsamkeiten, nicht die Unterschiede. Welche das sind, erfahren Sie in TPS Ausgabe 9/19, S. 40-43.

Pädagogische Ausbildung

Zu jeder ErzieherInnenausbildung gehört ein Praxisteil, je nach Bundesland und Fachschule ist das ein Anerkennungsjahr oder Berufspraktikum. Doch was genau diese Berufspraxis beinhaltet, ist unterschiedlich geregelt. Rechtsanwalt Thorsten Bornemann gibt in „Meine Kita“, Ausgabe 4/2019, einen Überblick, worauf angehende ErzieherInnen achten sollten.

ErzieherIn werden ist kein Spaziergang. Die Ausbildung verlangt angehenden PädagogInnen einiges ab. Nicola-Hans Schwarzer wirft einen Blick darauf, wie Auszubildende Stress und Beschwerden im Arbeitsalltag bewältigen. Sie stecken das nämlich wesentlich schlechter weg als ausgebildete Fachkräfte. Deshalb fordert er in „Frühe Bildung“, Heft 3/2019, dass in der Praxis neben fachlichen Inhalten auch Raum für psychosoziale Unterstützung und Stressprävention zu schaffen.

Das aktuelle Heft „Frühe Bildung“ hat keinen thematischen Schwerpunkt, und das ist eine Besonderheit: Die Redaktion hat freie Beiträge zu den unterschiedlichsten Themen ausgewählt. Unter anderem untersucht Rolf Schwarz, ob intelligente Kinder komplexer zeichnen können. 

Gender: Rollenmuster in der Kita

Dem Kampf der Geschlechter hat klein&groß MEIN KITA-MAGAZIN seine ganze 10/19-Ausgabe gewidmet. „Mädchen. Junge. Divers“ lautet der Untertitel. Es geht um Gender in der Kita, um geschlechtertypisches Verhalten. Wer macht Mädchen zu typischen Mädchen mit Vorliebe für Glitzer und Einhörner? Wie können die Kita-Fachkraft, das angebotene Spielzeug und die Spielpartner neue Horizonte eröffnen und Rollenklischees durchbrechen? Und welche Chancen 

räumt die Kita dem dritten Geschlecht ein? 11 Antworten auf 11 Fragen zum Thema Gender erhalten Sie von Margarete Blank-Mathieu hier.

Musik und Tanz

MUSIK in der KITA wie auch Musik, Spiel und Tanz sind Praxismagazine, die vielseitige Anregungen für die musikalische Früherziehung liefern: Bewegungslieder, Tänze, Klangerlebnisse lassen sich gut in Projekte der Kita integrieren. Beiden Heften liegt eine CD bei, die auch Instrumentalversionen enthält. Musik, Spiel und Tanz bietet Bildkarten und einen Elternbrief zum Mitgeben, damit auch die Eltern das neu gelernte Lied mitsingen können. 

In Musik, Spiel und Tanz 3/2019 hat der Herbst Einzug gehalten: Bei den „Herbstlichen Begegnungen“ verbindet eine Geschichte Lieder, Stimmexperimente und Bewegung. Ganz nebenbei wird hier spielerisch geübt, was für das Singen wichtig ist. Jetzt werden bunte Feste gefeiert: Zum Indianerfest liefert Rainer Johann Gross das fröhliche Mitmach-Lied "Heja jamada"mit einem ganz einfachen Refrain und Bewegungen, die Spaß machen. Gemeinsam Musik machen, dazu lädt auch „Batoumambe“ ein: Trommeln und tanzen zu einem Lied aus Mali. Aber auch Rasseln kommen nicht zu kurz: „Eine kleine Maraca“ liefert zum Tanz gleich die Bastelanleitung für selbst gemachte Rasseltüten.

MUSIK in der KITA 4/2019 lässt kleine Hexen-Herzen höher schlagen: Der Titelsong zum TV-Serie Bibi Blocksberg eröffnet das Heft und darf im Bewegungsraum umgesetzt werden! Die ganze Kita singt und tanzt mit Tüchern zum Hit. Weitere Beiträge stehen ganz im Zeichen der Feste in der 

dunkleren Jahreszeit: St. Martin – dazu gibt es ein Last-Minute-Lied, süße Bäckerei, Lichter im Advent. Wie aus einem Fingerpiel eine wunderschöne Weihnachtsaufführung wird, zeigt „ Fünf kleine Weihnachtswichtel“ und die „Reise der Hirten“ bietet Anleitung für Klangerfahrungen zu einem klassischen Musikstück.

Um Stimmbildung und bewusstes Atmen bei Singen kümmern sich die beiden Herausgeberinnen Elke Gulden und Bettina Scheer. Es geht um Zisch- und Explosivlaute in Versen und Liedern, und ganz nebenbei fördert das beim Singen auch die Aussprache. 

Lesetipps: Bücher, die zum Mitmachen animieren

„Mach was!“ Ein interaktives Buch spricht Kinder direkt an und fordert sie zum Mitmachen auf. Zum Beispiel das Buch zu schütteln, damit die Schneeflocken tanzen. Oder durch wildes Gebrüll den Löwen aufzuwecken. Lautes Klatschen kann eine Schlange vertreiben. Das macht Spaß und schafft eine besondere Beziehung zwischen Kind und Buch. Und diese Verbindung ist das Geheimnis der frühen Leseförderung. Viele Tipps hat Maren Bonacker in Welt des Kindes, Heft 5/2019 gesammelt.

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Kinderschutz funktioniert nur, wenn er als gemeinsame Aufgabe verstanden wird.

Bernd Kasper in frühe Kindheit, Ausgabe 4/2019
Von Thea Wittmann • 01.11.2019

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