Blogbeitrag

Wie sieht die Kita 2030 aus?

Die Digitalisierung bricht sich in allen Lebensbereichen Bahn. Wie wird der sogenannte "Digitale Wandel" den Kita Alltag verändern und was braucht Kita, um die Kids für die Welt von Morgen fit zu machen?

Florian Esser

Wie wird die Kita 2030 wohl aussehen? Werden die Kinder mit ferngesteuerten Drohnen in die Kita geflogen, per Whatsapp entschuldigt,? Haben sie einen Sensor in der Windel, welcher der Erzieherin per App meldet, dass das Kind gewickelt werden muss? Spielen die Kindern auf einem digitalen Autoteppich, oder blättern durch ein virtuelles Freundebuch? Unzählige Sensoren in der Kleidung der Kinder, in der Tapete, im Boden, oder dem Teppich zeichnen unaufhörlich sämtliche Bewegungsdaten der Kinder auf und entwickeln daraus ein Bewegungsprofil jedes einzelnen Kindes. Bei anstehenden Elterngesprächen werden dann keine amüsanten Anekdoten, oder bedeutsamen Beobachtungen des Kindes geteilt, sondern sämtliche Entwicklungsdaten des Kindes ausgewertet.

Aber jetzt mal im Ernst: Es liegt an uns die Kita und ihre Infrastruktur,  auf die Kinder von Morgen vorzubereiten. In einer Zeit in der die Welt medial immer enger zusammen rückt, physische Grenzen verschwimmen und ein Leben ohne Smartphone und Wifi undenkbar, oder zumindest reaktionär erscheint, muss die Kita die pädagogischen Weichen für eine gezielte Förderung der Nutzungs- und Anwenderkompetenz der Kinder stellen.

Wir brauchen die Konzeption 2.0 für alle Bildungseinrichtungen im Elementarbereich.

Kitas haben zur Pflicht, die Lebenswirklichkeit der Kinder aufzugreifen und ihnen Antworten auf ihre Fragen zu geben. Es braucht pädagogisches Personal, das den Schritt in die Digitalisierung nicht verpennt. Es darf kein digitaler Dornröschenschlaf mehr in Kitas vorherrschen. Die Kita muss nach wie vor ein exzellenter Bildungsort mit mannigfaltigen Anlässen zur Selbstbildung und Exploration unter Berücksichtigung aller Bildungsbereiche und im besonderen der Medienkompetenz darstellen.

Die Basis aller Anwendungen bildet die zwischenmenschliche Kommunikation, also liegt die zentrale Aufgabe der Kita darin, den Kindern einen adäquaten Umgang mit Informationen (Informationskompetenz) zu vermitteln sowie die Risiken neuer Medien aufzuzeigen und das Kind als „User“ in seiner Medienkompetenz zu stärken. Denn nicht die Medien sollen das Kind beherrschen, sondern das Kind die Medien und den kompetenten Umgang mit diesen. Im Sinne eines holistischen Bildungs- und Erziehungsauftrags, liegt es an uns, die Kinder an eine reflektierte Mediennutzung heranzuführen, ferner sicher zu stellen, dass die Kinder zu einer eigenverantwortlichen sowie (medien)kompetenten Persönlichkeit „on“ und „offline“ heranwachsen können.

Florian Esser

© Florian Esser

Florian Esser, lebt und arbeitet in Aachen. Er ist 31 Jahre alt und leitet eine 3-gruppige Kita in der Kinder im Alter von einem Jahr bis zum Schuleintritt  betreut werden. Er liebt seinen Job: Jeder Tag ist anders und gibt ihm die Gelegenheit, Kinder in ihrer Entwicklung aktiv zu begleiten und zu fördern.

Wir brauchen die Konzeption 2.0 für alle Bildungseinrichtungen im Elementarbereich.

Florian Esser
Von Florian Esser • 11.12.2018

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